Lörrach „Diese Jagd ist unerlässlich“

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Mit der „Bewegungsjagd“ werden in erster Linie durch Treiber und Hunde aufgestöberte Wildschweine und Rehe bejagt.                                                                                                                                                                     Foto: Kristoff Meller

Lörrach. Im Gebiet Röttlerwald wird vom Forstbezirk Hochrhein am Samstag, 3. Dezember, gemeinsam mit den umliegenden Revieren eine „Bewegungsjagd“ veranstaltet. Mit dieser Jagdmethode werden in erster Linie, durch Treiber und Hunde aufgestöberte Wildschweine und Rehe bejagt, so eine Medienmitteilung. Die Reduzierung des Wildschweinbestands sei notwendig, um die verursachten Schäden in der Landwirtschaft auf einem erträglichen Niveau zu halten und gleichzeitig die Gefahr der Eintragung der Afrikanischen Schweinepest zu verringern, schreibt der Forstbezirk Hochrhein.

Wer ist dabei?

Rehe werden bejagt, um die natürliche Verjüngung der Wälder zu fördern: „Dies ist im Hinblick auf den notwendigen Waldumbau unverzichtbar“, heißt es. Es beteiligen sich die Forst-Reviere Röttlerwald und Heuberg des Forstbezirks sowie die verpachteten Gemeindejagdreviere Hägelberg, Hauingen, Kandern, Schlächtenhaus, Wittlingen und Wollbach.

Die Veranstalter bitten die Bevölkerung um Verständnis dafür, dass am Jagdtag Waldwege aus Sicherheitsgründen teilweise gesperrt sind. Erholungssuchende sollten auf andere Waldgebiete ausweichen. Auch an Privatwaldbesitzer und Käufer von Brennholz richtet sich die Bitte, das Jagdgebiet am Samstag zu meiden oder erst nach Jagdende am späten Nachmittag zu betreten.

Jagdgebiet am Samstag meiden

„Geschwindigkeitsreduzierungen öffentlicher Straßen sind zwingend einzuhalten. Im Bereich der großräumigen Jagd ist jederzeit mit unvermittelt über die Straße laufendem Wild und Hunden zu rechnen“, betont der Forstbezirk.

Er verweist darauf, dass die Zahl, der in Deutschland bei Schweinen nachgewiesenen Fälle von Afrikanischer Schweinepest weiter ansteige. Der Schwerpunkt des Infektionsgeschehens liege zwar in Ostdeutschland bei Wildschweinen, aber ein kürzlich bei Emmendingen aufgetretener Fall bei Hausschweinen zeige, dass es jederzeit zu weiteren Ausbrüchen kommen könne. Die Absenkung des Schwarzwild-Bestands durch eine Bejagung sei die wirksamste Möglichkeit, einer Verbreitung dieser Seuche – auch in Baden-Württemberg – entgegenzuwirken. Zwar sei der Erreger, ein Virus, für Menschen ungefährlich. Eine Ausbreitung der Seuche auch bei Haus- und Schlachttieren hätte aber katastrophale Folgen für Land- und Fleischwirtschaft, wird betont.

Der "Verbiss"

Bei den anderen Schalenwildarten, insbesondere beim Rehwild, gehe es darum, dass nicht zu viele Tiere durch „Verbiss“ das Aufwachsen von Baumarten verhindern, aus denen sich der künftige klimastabile Wald zusammensetzen soll. Die Kosten für die Pflanzung und den Schutz solcher Baumarten beziffert der Forstbezirk auf weit über eine Millionen Euro – allein im Staatswald des Forstbezirkes und im laufenden sowie dem zurückliegenden Wirtschaftsjahr. Es sei unerlässlich, diese Investitionen in den Wald von morgen insbesondere auch durch effektive Bewegungsjagden abzusichern, wird in der Mitteilung bekräftigt.

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