Lörrach „Ein klares Signal gegen Rassismus“

Lörrach  - Stadtverwaltung, Religionsgemeinschaften, Vereine und Kulturschaffende setzen vom 16. bis 29. März mit den „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ gemeinsam ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung und für ein respektvolles Miteinander.

Stadtgesellschaft klar gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit positionieren

Relevanz und Aktualität des Themas seien leider offenkundig, sagte Oberbürgermeister Jörg Lutz beim Mediengespräch am Montag: „Viele aus meiner Generation hätten es nicht für möglich gehalten, dass solche Ideen wieder hoffähig werden“, sagte Lutz mit Blick auf rechtsextreme Tendenzen im Land. „Mir ist es wichtig, dass wir uns als Stadtgesellschaft klar gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit positionieren und uns für ein respektvolles Miteinander in unserer Stadt einsetzen – durch unser Handeln im Alltag, aber auch durch eine Reihe wie die Wochen gegen Rassismus“, erklärt er als Schirmherr der Wochen gegen Rassismus.

Dabei betonte er ausdrücklich, dass „Offenheit nicht mit Orientierungslosigkeit gleichzusetzen ist“. Wer nach Deutschland kommt, müsse Integrationsbereitschaft mitbringen.

Jedenfalls ist die Beteiligungsbereitschaft an der Woche gegen Rassismus auch in diesem Jahr ausgesprochen hoch, sagte Sonja Raupp, die als stellvertretende Fachbereichsleiterin „Kultur und Tourismus“ die inhaltliche Federführung für die Aktion inne hat.

Zwei Wochen, 41 Projektpartner, 29 Veranstaltungsformate

Zahlreiche gesellschaftliche Gruppen in Lörrach engagieren sich in ihrer täglichen Arbeit, oft seit vielen Jahren, für eine diskriminierungsfreie Gesellschaft in Lörrach. Im Rahmen der zwei Wochen gegen Rassismus erhält dieses breite gesellschaftliche Engagement eine Plattform, die unterschiedliche Zugänge zum Thema Rassismus ermöglicht. Es beteiligen sich 41 Projektpartner mit 29 Veranstaltungsformaten.

Auftakt der Reihe bildet ein Interkulturelles Fest in der Alten Feuerwache am Montag, 16. März, ab 18 Uhr. Oberbürgermeister Jörg Lutz und Pfarrerin Gudrun Mauvais eröffnen den Abend mit Musik, Tanz und Gesang, gestaltet von Künstlern mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen: die inklusive Band „Vielklang“, der Russische Chor und das Duo „Abdelrahmann Hussen und Samano Altahir“.

Für Speisen und Getränke sorgen Frauen der Schubert Durand Stiftung, das „DeliKaktus“ und „Il Babbá“. Der Abend wird unterstützt von ehrenamtlichen Helfern des PlusPunktZeit.

Auch dieses Jahr schaffen weitere kulturelle Veranstaltungen Raum für Begegnungen und gemeinsame Erlebnisse, sei es bei „Lörrach kocht über den Tellerrand“, beim Auftritt des Comedian „Berhane Berhane“ oder einem Besuch der Foto- und Aktionskunst-Ausstellungen zum Thema.

Aussteiger aus der Neonazi-Szene berichtet

Spannende Veranstaltungen bieten die Möglichkeit der inhaltlichen Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und persönlichen Fragen von Rassismus – zwei Beispiele hierfür: Bei der von der Ortsgruppe Bündnis 90/Die Grünen organisierten Podiumsdiskussion widmen sich Michael Blume, der Antisemitismusbeauftragte des Landes, Landesrabbiner Moshe Flomenmann und die Netzaktivistin Katharina Nocun der Frage, was wir gegen Antisemitismus im Internet tun können.

In einer vom Caritasverband organisierten Lesung am 19. März berichtet der Aussteiger aus der Neonazi-Szene Christian Weißgerber von seiner Vergangenheit und seiner Entscheidung, auszusteigen.

In Workshops und Seminare im Rahmen der Wochen gegen Rassismus können sich Multiplikatoren der Jugendarbeit, aber auch ehrenamtlich engagierte oder interessierte Bürger informieren und weiterbilden.

Für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche und für Schulklassen gibt es spezielle Angebote, wie etwa die Lesungen in der Stadtbibliothek, Angebote zum Philosophieren des Philo-Mobil oder das Theaterstück „Was das Nashorn sah, als es auf die andere Seite des Zauns schaute“ des Jungen Theaters im Alten Wasserwerk.

Religionsgemeinschaften bieten bereits am 15. März Themengottesdienste an. Am Sonntag, 22. März, finden Führungen in Moscheen und in der Synagoge statt: um 14 Uhr Führungen in der DitiB- und Fatih-Moschee sowie um 15 Uhr in der Israelitischen Kultusgemeinde Lörrach

Seit Januar 2016 werden die Internationalen Wochen gegen Rassismus von der Stiftung gegen Rassismus koordiniert. www.stiftung-gegen-rassismus.de

Info: Das Programm ist unter www.loerrach.de/Wochen- gegen-Rassismus abrufbar.

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