Lörrach Ein Mehrwert für alle Fahrgäste

Künftig sollen nicht nur die Anzeigen am Bus digital sein, sondern auch als „Dynamisches Fahrgastinformationssystem“ an den Haltestellen. Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Viele Fahrgäste im Lörracher ÖPNV wünschen sich schon länger sogenannte „Dynamische Fahrgastinformationssysteme“ an den Haltestellen, um zu wissen, wann der nächste Bus kommt und ob er pünktlich ist. Im kommenden Frühjahr werden nun wohl die ersten fünf Anlagen installiert, wie Johannes Schneider, ÖPNV-​Planer bei den Stadtwerken, in der jüngsten Sitzung des Betriebsausschusses vorstellte.

Sie wären ein echter Mehrwert: Die „Dynamischen Fahrgastinformationssysteme“ (DFI) sollen laut Schneider nicht nur die nächsten ankommenden Busse mit der entsprechende Zeit anzeigen sondern auch mögliche Verspätungen. Zudem bieten sie die Möglichkeit, per Fließtext beispielsweise über eine Sperrung oder Umleitung nach einem aktuellen Unfall zu informieren. Die Funktion, per Knopfdruck die Informationen per Ansage über Lautsprecher zu erhalten, kostet extra, sei aber im Hinblick auf die Barrierefreiheit „gut investiertes Geld“.

Im Stadtgebiet sind laut Vorlage aktuell an fünf Haltestellen solche Anlagen vorgesehen: Busbahnhof Lörrach, Bahnhof Brombach/Hauingen, Stetten Bahnhof (Richtung Norden), Am Alten Markt und Senigallia Platz. Wenn sich die fünf Anlagen bewähren, soll ihre Anzahl mittelfristig erhöht werden. So werde zum Beispiel bei der neuen Haltestelle Hebelpark bereits jetzt ein Leerrohr zur zukünftigen Stromversorgung mitgeplant.

Doch die digitale Verbesserung ist nicht ganz günstig. Die Preisspanne für ein einfaches DFI liegt laut Schneider bei 2000 bis 4000 Euro, wobei das Landratsamt im Juli per E-Mail mitgeteilt habe, dass sich die Kosten für die Anlagen voraussichtlich um den Faktor 1,5 erhöhen werden. „Wir haben noch keine konkreten Summen, deswegen sind wir so vorsichtig,“ erklärte Schneider in der Sitzung.

Im Wirtschaftsplan der Stadtwerke sind aktuell 100 000 Euro für die DFI eingestellt. Die Stadtwerke tragen auch die Kosten für die Tiefbauarbeiten. Die exakte Höhe der Fördermittel und Zuschüsse ist aber laut der Vorlage noch nicht endgültig bekannt.

Außerdem wies Schneider darauf hin, dass der Landkreis bei diesem Projekt federführend sei. Die Entscheidung über die Höhe der Förderung der DFI durch den Landkreis wurde laut Vorlage im Kreistag bereits im März getroffen. „Die maximale Förderhöhe ist abhängig von der Anzahl der von den verschiedenen Gemeinden beantragten DFI-Anlagen und wurde uns noch nicht exakt übermittelt“, heißt es dazu im Sachstandsbericht der Stadtwerke. Der Betrag werde voraussichtlich zwischen 1500 und 2300 Euro pro Anlage liegen.

Christa Rufer (SPD) zeigte sich enttäuscht über die zunächst geringe Anzahl, immerhin sei es aber ein „Einstieg ins System“. Die Wahl der wenig frequentierten Haltestelle Senigallia Platz konnte sie indes nicht nachvollziehen. Die Installation an einer hochfrequentierten Haltestelle mit mehreren Linien wie am Kreiskrankenhaus erschien ihr wesentlich sinnvoller.

Am Senigallia Platz stünden ohnehin Tiefbauarbeiten an und auch die übrigen vier Haltestellen für die ersten Anlagen seien so ausgewählt worden, dass möglichst wenig Kosten anfallen, erklärte Schneider. „Wir wollen mit möglichst wenig Geld einen möglichst großen Nutzen erreichen.“

„Es wäre gut, wenn endlich das erste System mal installiert würde“, befand Matthias Lindemer (Freie Wähler). Er bedauerte, dass der Termin frühestens im kommenden Frühjahr geplant ist.

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