Lörrach Eine Ideenbörse für das Riesgässle

Peter Herzog, Architekt Ingo Herzog, Frank Leichsenring, Claus Seibt (interessierter Bürger) und Isabell Schäfer-Neudeck (v.l.) diskutieren über die Zukunft des Quartiers. Foto: Regine Ounas-Kräusel Foto: Die Oberbadische

Von Regine Ounas-Kräusel

Im Areal am Riesgässchen soll ein belebtes Wohnquartier entstehen, wo heute nur Parkplätze sind. Dies wünschten sich die meisten Bürger, die sich am Samstag bei der offenen Planungswerkstatt „Riesgässle“ beteiligten. Eingeladen hatten Isabell Schäfer-Neudeck und Frank Leichsenring vom Zukunftsforum Lörrach: „Wir möchten Ideen aus der Bürgerschaft sichtbar machen.“

Lörrach. Das Areal zwischen Teich-, Tumringer- und Spitalstraße sowie dem Senser Platz ist umgeben von einem Parkhaus, der Rückseite mehrerer Geschäfte, der Laderampe eines Drogeriemarkts und von weiteren Gebäuden. In der Mitte parken Autos. Seit Jahren will die Stadt das Quartier neu überplanen. 2008 gab es einen Architekturwettbewerb, um die Grundlage für einen neuen Bebauungsplan zu schaffen. Doch im vergangenen Jahr scheiterte der Bau eines Holzhochhauses an der Teichstraße, weil der neue Bebauungsplan noch nicht fertig ist.

An dieser Stelle warteten Schäfer-Neudeck und Leichsenring auf Bürger. Die Menschen konnten ihre Vorschläge auf Karten an eine Pinnwand heften oder in mitgebrachte Pläne einzeichnen. Man hoffe, dass die Stadt diese Anregungen bei ihren Planungen einbeziehe, sagte Schäfer-Neudeck.

Knapp 60 Lörracher machten mit. Viele wünschten sich beim Riesgässchen ein neues Wohnquartier. „Barrierefrei in der City leben“, „bezahlbare Stadtwohnungen zur Miete“, „oben Wohnungen, unten Kinderbetreuung“ notierten sie zum Beispiel. Um das Quartier zu beleben, wünschten sich die Menschen unter anderem Werkstätten, einen Jugendraum, einen Spielbereich, ein Café und Carsharing für die Anwohner. Andere forderten, dass man auch in Zukunft durch das Quartier radeln kann und dass der Zulieferverkehr für den Müller-Markt draußen bleibt. Die Lkws seien eine Katastrophe, stand auf einer Karte. Jemand anderes wollte einen kleinen Park.

Offenheit und Mut bei der Planung wünschte sich Architekt Fritz Wilhelm bei einem Rundgang. Auch hier entstand die Idee, ein Wohnquartier mit kleinen, inhabergeführten Läden und Werkstätten für Kreative zu schaffen, ähnlich dem Spalen- viertel in Basel. Wilhelm schlug vor, dass das Riesgässchen von der Tumringer Straße aus auf einen kleinen Platz mündet. Die bestehenden Gebäude dort wollte er mittelfristig durch Stadtwohnungen ersetzen.

Ein benachbarter Geschäftsmann stimmte zu: So ein Platz bringe mehr Kundenfrequenz zu seinem Laden. „Auch das Parkhaus wollte Wilhelm auf lange Sicht durch Wohnhäuser ersetzen. Dies hatte auch das Büro Pesch beim Architektenwettbewerb im Jahr 2008 vorgeschlagen.

Beim Zukunftsforum erarbeiten Bürger Vorschläge zum zukunftsfähigen Wohnen und Arbeiten in der Stadt. Beim Zukunftstag am 16. Oktober sollen diese Vorschläge und die Ideen aus der Planungswerkstatt „Riesgässle“ vorgestellt werden.

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