Lörrach - Was vor über 35 Jahren beim Reiterverein Lörrach (RVL) begann, ist seither stetig gewachsen und prägt ganz entscheidend das Bild des Vereins: Voltigieren. Nahezu 80 Kinder und Jugendliche trainieren derzeit die Akrobatik auf dem Pferd in verschiedenen Alters- und Leistungsklassen bis auf Wettkampfniveau.

Die Kleinsten können bereits mit vier Jahren den Umgang mit dem Pferd erlernen und schon erste Übungen im Schritt ausprobieren. Bei den Spielgruppen steht laut einer Mitteilung trotz eines schon anspruchsvolleren Trainings immer noch der Spaß im Vordergrund. In den Förder- und Turniergruppen wird dann aktiv auf die Teilnahme an Wettkämpfen hingearbeitet.

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Ein wichtiger Eckpfeiler dafür sind geeigneten Voltigierpferde. Sie müssen entsprechend ausgebildet werden und belastbar sein, vor allem im Turniersport. Unter anderem die Schonung der Pferde war ein Grund für die neueste Anschaffung des Vereins, den „Movie“.

Realistisches Training mit galoppierendem Holzpferd

Das ist ein galoppierendes Holzpferd, das die Bewegungen des Tieres natürlich nachahmt und somit ein möglichst realistisches Training ermöglicht. Gerade im Leistungssport erlaubt das ein intensiveres Training bei geringerer Belastung der Pferde. Aber auch für die Spielgruppen bringt der Movie eine entscheidende Wendung – den Wegfall der bisherigen dreimonatigen Winterpause. Denn der eigens errichtete beheizbare Raum ermöglicht ein Training auch bei eisigen Temperaturen. Eine wertvolle Anschaffung für die kommenden Voltigiergenerationen, so der Verein, doch wird der Movie natürlich die Pferde nicht ersetzen.

Um Geld für ein dringend benötigtes Voltigierpferd zu sammeln, organisierten die Voltigierer kürzlich einen Sponsorenlauf. Dem Regen trotzend drehten die 22 Läufer ihre Runden auf dem Reitplatz. Dank des Engagements der Jugend und nicht zuletzt der Spendierbereitschaft der Sponsoren war diese Veranstaltung ein großer Erfolg. Der mit knapp einem Jahr jüngste Teilnehmer schaffte mit Hilfe seiner Mutter eine Runde, der Spitzenreiter mit 161 Runden war der Vater eines Voltigierkindes.

Förderung von Kompetenzen

Das neue Pferd soll als Turnierpferd nachrücken für „Hinnerk“, der nach einigen Jahren Leistungssport und zahlreichen Auszeichnungen als bestes Pferd bei Turnieren vor kurzem in den Ruhestand gegangen ist. Zusammen mit anderen Voltigierpferden des RVL hat er die Sportler im vergangenen Jahr zu einigen Erfolgen getragen.

So belegte Cléo Juillerat im Junior Einzel bei den Süddeutschen Meisterschaften in Alsfeld den 12. Platz, Annika Hitzfeld erreichte im Senior Einzel Platz 11. Noch erfolgreicher waren die beiden mit Trainerin Marion Schüren bei den Landesmeisterschaften in Schwaigern. Dort kam Juillerat auf Platz 8 und Hitzfeld wurde Fünfte. Zwei hervorragende erste Plätze gab es in Renchen-Ulm für die A-Gruppe des Vereins mit Trainerin Steffi Kölblin und die E-Gruppe mit Anette Renkl.

Gleichzeitig wird stets an der Motivation des Nachwuchses gearbeitet. Alle konnten kürzlich beim Voltitreff ihr Können unter Beweis stellen. 30 Kinder und Jugendliche nahmen am vereinsinternen Wettkampf teil und konnten schließlich eine Urkunde und eine Turnierschleife entgegennehmen.

Wichtig ist beim Voltigieren aber nicht nur die vielseitige Bewegungserziehung, sondern auch die Förderung von Kompetenzen im sozialen und persönlichen Bereich. Beim Voltigieren erfahren die Kinder den vertrauensvollen und verantwortungsvollen Umgang mit dem Pferd – eine bedeutende Grundlage für den weiteren Weg im Voltigier- und auch Reitsport. Das Voltigieren bleibt nicht zuletzt eine faszinierende Sportart, was der große Zulauf an Kindern beim Reiterverein zeigt.