Lörrach Erstmals mehr als 4000 Wohnungen

Marco Fraune
Die ersten Mieter sind auf dem Conrad-Areal in Lörrach schon eingezogen. Foto: Marco Fraune

Die Wohnbau Lörrach bewertet das zurückliegende Geschäftsjahr als erfolgreich. Die gesteckten Gewinnziele seien sogar übertroffen worden, heißt es im vorgelegten Geschäftsbericht. Und: „Trotz der deutlich gestiegenen Bilanzsumme reicht der Jahresüberschuss aus, die Eigenkapitalquote nahezu stabil zu halten.“

Von Marco Fraune

Lörrach. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies, dass die Bilanzsumme bei 233,48 Millionen Euro liegt (2020: 214,69). Der Jahresüberschuss betrug nur noch 3,37 Millionen Euro (2020: 5,31 Millionen), wovon 336 900 Euro in die Rücklage fließen. Damit sei aber das Wirtschaftsplanziel um 1,1 Millionen Euro übertroffen worden. „Dahinter stehen die Fertigstellung der Wohnanlage am Eisweiher in Schopfheim, der bauliche Fortschritt des Wohnquartiers Conrad und der Wohnanlagen an Schlichtergasse und Austraße sowie einige Großsanierungsmaßnahmen“, erklärt Wohnbau-Geschäftsführer Thomas Nostadt.

Erstmals bewirtschaftet die Wohnbau Lörrach mehr als 4000 Wohnungen. Diese hat sich auch im Vorjahr wie in den Jahren zuvor schwerpunktmäßig mit der Bewirtschaftung und Weiterentwicklung des eigenen Miethausbesitzes befasst. Und: „Der Neubau von Mietwohnanlagen wurde forciert.“

Der Blick voraus

Auch für die nächsten Jahre will die Wohnbau Lörrach an ihrer offensiven Strategie festhalten. Nostadt: „Vor allem die ,Neue Mitte Nordstadt’ wird quantitativ und qualitativ entscheidende Impulse setzen.“

Mit anderen bereits begonnenen Projekten werden laut Nostadt in den Jahren 2022 bis 2025 420 zusätzliche Mietwohnungen, 48 Wohngemeinschaftsplätze sowie infrastrukturell wichtige Gewerbeeinheiten bezugsfertig. Die dafür nötigen Investitionen betragen rund 170 Millionen Euro. „Darüber hinaus werden weitere Bauideen der Innenentwicklung verfolgt und die personellen und finanziellen Ressourcen für ein Engagement in den großen Wandelarealen geschaffen.“

Die Umsatzerlöse gingen planmäßig von 30,8 Millionen Euro auf 29,9 Millionen Euro zurück, weil die Verkaufstätigkeit zurückgefahren wurde, ordnet die Wohnbau in ihrem Bericht ein. Die Eigenkapitalquote sank geringfügig um 0,1 auf 18,9 Prozent. „Die stabile Entwicklung der Eigenkapitalausstattung unterstützt die Realisierung des deutlich ausgeweiteten Mietwohnungsbauprogramms.“ Der Anstieg der Instandhaltungsquote zeigt laut Wohnbau-Geschäftsbericht zudem die umfangreichen Bemühungen um die Erhaltung und Verbesserung des Miethausbesitzes.

Höheres Anlagevermögen

Dem Anlagevermögen sind 19,8 Millionen Euro zugegangen (durch Neubau 18,3 Millionen Euro, durch Sanierungen 0,9 Millionen Euro und durch bewegliches Vermögen 0,6 Millionen Euro); abgegangen sind 7,6 Millionen Euro (durch nutzungsbedingte und außerordentliche Abschreibungen 5,4 Millionen Euro, durch Verkäufe 1,8 Millionen Euro und durch herstellungskostenmindernde Zuschüsse 0,4 Millionen Euro). Unterm Strich stieg das Anlagevermögen um 12,2 Millionen Euro auf 213,2 Millionen Euro. Das Umlaufvermögen nahm deutlich von 13,6 Millionen Euro auf 20,2 Millionen Euro zu, führt die Städtische Wohnbau weiter aus.

Die Bankverbindlichkeiten haben sich als Folge der umfangreichen Mietwohnungsbautätigkeit um 13,6 Millionen Euro auf 175,4 Millionen Euro erhöht, bei einer um 5,9 Millionen Euro ausgeweiteten Liquidität, heißt es.

Etwas weniger Mietinteressenten

Die Zahl der bei der Wohnbau Lörrach vorgemerkten Mietinteressenten (Haushalte) ging in den vergangenen drei Jahren leicht zurück. „Dennoch bleibt die Mietwohnungsnachfrage in Lörrach sehr hoch, auch wenn aus der Zahl vorgemerkter Interessenten nur bedingt Rückschlüsse zum Wohnungsbedarf möglich sind“, heißt es im Geschäftsbericht. Die Mehrzahl der Interessenten verfüge über eine Wohnung und habe nur einen Veränderungswunsch.

Von den 2291 Interessenten (März 2022) wohnen 2259 in Deutschland, davon 2002 im Landkreis und davon 1372 in Lörrach. Im Ausland wohnen 32 Interessenten, davon 21 in der Schweiz. 40 Prozent der Mietinteressenten wohnen nicht in Lörrach, jedoch nur 13 Prozent außerhalb des Kreises.

In Schopfheim

Auch in Schopfheim ging die Zahl der Mietinteressenten leicht zurück; trotzdem übersteigt die Nachfrage noch deutlich das Mietwohnungsangebot. Nach wie vor hat die Wohnbau eine große Zahl Mietinteressenten vorgemerkt. „Die Nachfragedynamik früherer Jahre scheint gebrochen zu sein“, heißt es. 64 Prozent der Mietinteressenten wohnen nicht in Schopfheim, jedoch nur 13 Prozent außerhalb des Landkreises. „Diese Zahl belegt die Rolle Schopfheims als bevorzugter Wohnstandort im mittleren Wiesental“, so die Wohnbau.

6,95 Euro pro Quadratmeter

Die Durchschnittsmiete im Mietwohnungsbestand der Wohnbau Lörrach beträgt 6,95 Euro/Quadratmeter Wohnfläche pro Monat. Die Mieterfluktuation hat sich auf einem tiefen Niveau von sieben Prozent eingependelt, „ein deutliches Anzeichen für eine angespannte Wohnungsmarktsituation“, heißt es. Zum Jahresende verwaltete die Wohnbau Lörrach 3027 eigene Mietwohnungen, 236 von Dritten gemietete Wohnungen,101 verwaltete Mietwohnungen für Dritte, 915 Eigentumswohnungen für 46 Wohnungseigentümergemeinschaften. Hinzu kommen 3351 Pkw-Stellplätze.

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