Lörrach „Es ist ein Lernen und Beobachten“

Dina Schneberger-Bannwarth mit kleiner Tochter und Christian Bucher im Permagarten neben den Stangenbohnen Foto: Regine Ounas-Kräusel

Lörrach -  Auf zwei großen Beeten im Naturentdeckergarten bei Stetten wachsen üppige Bohnen, Tomaten, Rote Bete in Mischkultur. Salate und andere Pflanzen sind noch klein. Christian Bucher aus Stetten und eine Handvoll Mitstreiter wollen hier einen Nutzgarten in naturnaher Permakultur aufbauen.

Nicht alles, was man ausprobiere, funktioniere wie erwartet, erzählt Dina Schneberger-Bannwarth: „Es ist ein Lernen und Beobachten, was gut wächst“

Vor zwei Jahren fand in Lörrach der erste Workshop über Permakultur statt. Im vergangenen Jahr stellte eine Gruppe mit Christian Bucher und den Klimafreunden Lörrach ihr Projekt „Permagarten“ beim Zukunftstag „Lörrach kann Klima“ vor.  28 Interessenten hätten sich damals bei ihm gemeldet, berichtet Bucher bei einem Treffen im Garten. Sechs Menschen – Familien und Einzelpersonen – arbeiten heute aktiv mit. Sie starteten ihr Experiment zunächst auf einer kleinen Fläche von 50 Quadratmetern, die ihnen der Verein „Naturentdeckergarten“ überließ. Die Schöpflinstiftung gab einen Startzuschuss von 700 Euro.

Anfang 2020 legten die Permagärtner los. Sie gruben die Erde unter den Beeten aus, legten bei einem Beet Baumstämme, beim anderen unbedruckten Karton aus und füllten ihn mit Kompost und humoser Erde auf. Der Aufbau des ersten Beetes solle für gleichmäßige Bodentemperaturen sorgen. Der Karton unter dem Zweiten solle Unkräuter zurückhalten, erklären sie.

In der Permakultur sollen gute Erträge ganz ohne Pestizide und Kunstdünger erzielt werden, vielmehr werden ökologische Zusammenhänge und Kreisläufe genutzt. Daher legte die Gruppe in Stetten auch Wert auf einen sorgfältigen Aufbau der Beete. Stangenbohnen, Rote Bete, Zucchini, Salate, Tomaten und andere Pflanzen wachsen dort neben- und miteinander. In Mischkultur können die Pflanzen sich gegenseitig fördern, Schädlinge in Schach halten oder dem Boden Nährstoffen zuführen, so die Idee. Hülsenfrüchte wie die Bohnen lieferten etwa den Pflanzennährstoff Stickstoff, weiß Dina Schneberger-Bannwarth. Er habe den jungen Salat mit einem Sud aus abgesammelten Tieren und Salbeiblättern vor gefräßigen Schnecken gerettet, berichtet Bucher.

Ihre Arbeit organisiert die Gruppe recht informell. Es gibt einen Gießplan. Ursprünglich wollten die Gärterinnen und Gärtner das Gemüse gemeinsam ernten und verarbeiten. Doch dann kam Corona. Daher arbeite und ernte nun jeder, wie er gerade Zeit habe, erzählen sie. Oder man verabrede sich per Mail und WhatsApp.

„Ich bin gerne in der Natur“, sagt Dina Schneberger-Bannwarth. Sie will, dass ihre kleine Tochter sieht, wie Gemüse wächst. Auch ihr Mann Thorsten Schneberger arbeite zwei- bis dreimal pro Woche mit: „Als Städter hat er große Sehnsucht, die Finger in die Erde zu stecken“. Die Schülerin Lilly Huber hat beim Bepflanzen der Beete geholfen und füllt mit ihrem Bruder das Gießfass regelmäßig mit Wasser aus dem Garten ihrer Eltern.

Der Permagarten passe gut in den Naturentdeckergarten, findet der Vorsitzende des Trägervereins Sebastian Schleicher. Das große Areal mit Hecke, Obstbäumen, Blumenwiese und Heilkräuterbeeten dient bislang der Arteinvielfalt, als Ruheoase für Nachbarn und Spaziergänger sowie für pädagogische Projekte.

Nun ist der naturnahe Nutzgarten hinzugekommen. Anstatt einen eigenen Verein zu gründen, sind die Frauen und Männer aus dem Permagarten Mitglied des Vereins Naturentdeckergarten geworden.

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