Lörrach Es ist noch viel zu tun

Das Blockheizkraftwerk im Lörracher Rathaus. Foto: Kristoff Meller/Archiv

Lörrach - Beim Wärme- und Stromverbrauch weisen die öffentlichen Gebäude noch „erhebliches Einsparpotenzial“ auf. Das geht aus dem Energiebericht 2017 (wir berichteten) hervor, der in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik (AUT) vorgestellt wurde. Der Bericht sei „eine gute Grundlage zum Steuern“, zeige aber, dass die Maßnahmen „ausbaufähig" seien. „Zusammengefasst kann man sagen, dass wir gut unterwegs sind, aber gerade in der Mobilität steckt noch viel Musik drin“, sagte Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic. Denn „emissionsfrei“ bedeute eben auch die verstärkte Fortbewegung zu Fuß oder mit dem Rad.

Lutz Knakrügge mahnte in Bürgerfragestunde an, dass der Energiebericht nur ein Prozent der Lörracher CO 2-Emissionen beleuchte: „Was ist mit dem Verkehr, den Haushalten und wie weit sind die Maßnahmen aus dem Klimaschutzbericht 2014?“

„Es gibt viele andere Dinge, wo wir auch aktiv sind“, entgegnete Neuhöfer-Avdic und zählte unter anderem den Stromsparcheck auf. Der nächste Klimaschutzbericht soll noch dieses Jahr vorgestellt werden: „Wir hoffen, ihn im Herbst präsentieren zu können“, sagte Staub-Abt. Allerdings sei der Aufwand wesentlich größer als für den Energiebericht: „Wir sind auf Daten von anderen stark angewiesen. Das ist oft ein langer Weg.“

Positive Meldungen gibt es aktuell laut Staub-Abt aus Tumringen-Süd. Dort wurde die Straßenbeleuchtung komplett auf stromsparende LED-Leuchtmittel umgestellt. „Das wird sich auf den Energiebericht 2019 auswirken“, sagte Staub-Abt. Außerdem werde die Stadt in wenigen Tagen leihweise einen Elektrobus im ÖPNV testen.

Bernhard Escher (CDU) bezeichnete den Energiebericht als wichtiges Nachschlagewerk, „damit wir nicht im Dunkeln tappen und eine Prioritätenliste haben.“ Die Stadt müsse beim Energiesparen zudem mit gutem Beispiel vorangehen.

Diese Aussage konnte auch Heinz-Peter Oehler (SPD) unterschreiben. Indes sei es „betrüblich, dass die CO 2-Emissionen auf hohem Niveau stagnieren“. Er sieht vor allem beim ÖPNV „noch viel Potenzial“.

Stephan Berg (Grüne) betonte die Dringlichkeit: „Die wärmsten 20 Jahre der Geschichte waren alle in den letzten 22 Jahre.“ Auf Bundesebene werde aber „planlos“ agiert, beklagte Berg. „Wir als Kommune müssen mehr machen, aber ich habe das Gefühl, es plätschert so dahin. Wir sollten alle Maßnahmen durchführen, die machbar sind, um den CO 2-Ausstoß zu senken und unser Ziel 2050 klimaneutral zu sein, erreichen zu können.“

Das sei „der falsche Weg“, entgegnete Matthias Lindemer (Freie Wähler). „Wir müssen bei jeder Maßnahme überlegen, ob wir wirklich Energie beziehungsweise Rohstoffe sparen.“

Christa Rufer (SPD) bezeichnet es als sehr schade, dass mit dem Neubaugebiet Belist, in dessen Umfeld sich sechs öffentliche Gebäude befinden, kein Fernwärmenetz realisiert wurde. Außerdem sei es aktuell für die Bürger in Haagen „nicht nachvollziehbar“, dass die Straßenlampen im Neubaugebiet „Tag und Nacht brennen, obwohl noch kein Haus da ist.“

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