Lörrach Euromin: Steine mit Stil

Von Markus Greiß

Lörrach. Als die Mineralienmesse Euromin am Samstagmorgen ihre Pforten öffnet, herrscht Kaiserwetter – zumindest für Messeleiter Michael Pakulla. Er freut sich über den Besucherstrom, der im Dauerregen ins große Zelt auf dem Messegelände im Grütt fließt, und hofft an diesem Tag auf 3500 zahlende Gäste.

Die bekommen im großen weißen Ausstellungszelt Wunderwerke der Natur präsentiert: Amethysten von der Größe eines Straßenpollers, durch Wind, Feuchtigkeit und Sonne geformte Wüstensandrosen, warm leuchtende Achate und funkelnde Bergkristalle. Wo der Mensch der Natur nachgeholfen hat, ist das Ergebnis oft zauberhaft. Wie beim handbehauenen marokkanischen Steingeschirr mit Ammoniteneinschluss. Oder – Geschmacksache – wie bei dem in großen Auslagen kommerziell angebotenen Modeschmuck, der nicht so recht ins Bild passen will. Auch eine alte Gasmaske, die inmitten alter Helme vom Gerüst eines Händlers auf die Besucher herabglotzt, wirken deplatziert. Denn diese interessieren sich vor allem für die Geschichten, die die Naturprodukte und ihre passionierten Sammler zu erzählen haben. Etwa der junge Achatschleifer André Rieß aus Leipzig, der seine Halbedelsteine in Thüringen findet – und dabei auf die Mund-zu-Mund-Propaganda alter Sammler vertraut. Der Neuenburger Mineralienhändler Sven Bürgel erklärt an einem versteinerten Ammoniten von der Größe eines Autorads, wie hier Sand und Wasserströmung eingewirkt haben. Und der Fellbacher Mineralien- und Fossilienfreund Richard Bayerl steht wie in den Vorjahren bereit, um Fundstücke zu bestimmen und einzuordnen.

Dass sie an diesem Wochenende ihr Know-how in Lörrach weitergeben, ist das Verdienst von Veranstalter Pakulla. Als die früheren Euromin-Organisatoren Karin und Wolfgang Wendel die Leitung 2011 abgeben wollten, sprang der gelernte Mineraliengroßhändler ein – und verlegte die Euromin vom zwischenzeitlichen Veranstaltungsort Heitersheim wieder nach Lörrach zurück. Ein „klar besserer Standort“, wie Pakulla vor allem wegen der Lage im Dreiländereck findet. Nachdem er zu Beginn seines Engagements vor drei Jahren „auf dem Zahnfleisch ging“, sieht er seine dritte Auflage der Euromin bereits viel entspannter. Wozu auch das Wetter seinen Teil beiträgt: Auch für den Messeabschluss am Sonntag ist trübes Wetter angesagt.

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