Lörrach Ex-Vorstand wegen Betrugs angezeigt

Gottfried Driesch
Das Schullandheim Urberg                                                                                                       Foto: zVg

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Der Urberg-Verein, der das Schullandheim Urberg betreibt, ist zuletzt in die Schlagzeilen geraten: Durch das Fälschen von Kontoauszügen und die Aufnahme eines Vereins-Kredits für private Zwecke hat der ehemalige Vorsitzende des Vereins mehr als 200 000 Euro veruntreut, so der aktuelle Ermittlungsstand (wir berichteten). Jetzt hielt der Verein seine erste Mitgliederversammlung nach dieser Entdeckung ab.

Die Finanzproblematik

Das Hans-Thoma-Gymnasium, das Hebel-Gymnasium, beide Lörrach, sowie das Kant-Gymnasium und das Oberrhein-Gymnasium aus Weil am Rhein besitzen in Urberg-Schwand bei St. Blasien das Schullandheim. Auf der Mitgliederversammlung am 17. Juni des vergangenen Jahres hatte Albrecht Schmidt den Vorsitz des Urberg-Vereins übernommen. Die folgenden Monate waren geprägt von der Aufdeckung der Aktivitäten des vorherigen Vorsitzenden. Offensichtlich hatte dieser Kontoauszüge so manipuliert, dass die Kassenprüfer keine Möglichkeit hatten, dies zu entdecken. Nach Sichtung aller Unterlagen wurde ein Fehlbetrag der Kasse von 104 000 Euro festgestellt. Hinzu kommt ein Kredit über anfänglich 120 000 Euro, die auf den Verein aufgenommen wurden.

Strafanzeige erstattet

Hier stehen noch rund 100 000 Euro offen. Der frühere Vorsitzende, der rund zehn Jahre dieses Amt bekleidete, hat inzwischen ein notarielles Schuldanerkenntnis unterschrieben. Trotzdem sei bisher kein Euro an die Vereinskasse zurückgeflossen. Darum habe man im vergangenen Dezember Strafanzeige erstattet. Die Ermittlungen seien noch in Gang.

Als Grund für sein Fehlverhalten gab der frühere Vorsitzende offenbar an, dass er durch Spekulationen an der Börse einen großen Teil der Kosten für den laufenden Neubau in Urberg „verdienen“ wollte. Jedoch ging das ganze Geld verloren.

Das Urberg-Jahr 2021

Im Jahr 2021 konnte das Heim nur an zehn Wochen belegt werden. Die restliche Zeit war der Betrieb durch die Corona-Verordnungen des Landes untersagt.

Der Neubau ist fertig. Besonders die neue Heizungsanlage werte das Haus auf, berichtete Maritta Otto-Gerber, die als Heimleiterin mit ihrem Mann das Haus betreut. Gerber, die seit 37 Jahren als Heimleiterin arbeitet, bereitet jetzt einen Wechsel an die jüngere Generation vor.

Kassierer Klaus Peter Schmidt legte den Kassenbericht mit roten Zahlen vor. Dass der Neubau in Urberg die Kasse ins Minus reißt, war klar. Darüber hinaus existiert aber ein Fehlbetrag im mittleren fünfstelligen Bereich. Dabei handle es sich fast um die gleiche Summe, die der frühere Vorsitzende im ersten Halbjahre 2021 unberechtigt in bar abgehoben habe.

Spenden möglich

Es wurde überlegt, wie der Verein von dem Schuldenberg herunterkommen kann. Der Urberg-Verein ist vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Jede Spende kann also von der Steuer abgesetzt werden. Das Konto lautet IBAN: DE76 6839 0000 0000 2251 18, Verwendungszweck: Spende.

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