Lörrach Flurprozession der etwas anderen Art

Das mit reichem Blumenschmuck verzierte Wegekreuz am Fridolinsfelsen war gestern die erste Station der etwas anderen Himmelfahrtsprozession. Foto: Manfred Herbertz

Lörrach - „Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen und neu beginnen, ganz neu, da berühren sich Himmel und Erde“, mit diesen Zeilen wurden die Menschen an der ersten Station der „etwas anderen“ Flurprozession in Stetten auf den Feiertag Christi Himmelfahrt eingestimmt.

So stand an diesem sommerlichen Vormittag ein älteres Ehepaar vor dem festlich geschmückten Wegekreuz auf dem Fridolinsfelsen in Stetten, von wo der Legende nach der Heilige Fridolin den Menschen von der Liebe Gottes erzählt hat. „Normalerweise gehen wir bei der Prozession mit“, sagten die Beiden. Doch eine große, gemeinsame Prozession der Kirchengemeinde fand in diesem Jahr coronabedingt nicht statt. Das Paar hält das Textblatt in der Hand, das es zuvor in der Kirche St. Fridolin mitgenommen hat.

„Wir haben uns trotzdem auf den Weg gemacht“, sagte die Frau, um den Festtag zu begehen und so absolviere man den Weg der Flurprozession, auf der in normalen Jahren eine große Schar von Christen gemeinsam unterwegs ist, nur zu zweit.

Wie in den vielen Jahren zuvor hat die Familie Noack das Wegekreuz am Fridolinsfelsen zum Festtag mit einem üppigen wundervollen Blumenschmuck verziert und so die Gläubigen sowie Passanten und Wanderer zum Innehalten und Gebet eingeladen.

In „normalen“ Zeiten feiern die Katholiken üblicherweise das Fest Christi Himmelfahrt mit Flurprozessionen zu mit Blumen festlich geschmückten Feld- und Wegkreuzen. Dabei wird der Rückkehr Jesu Christi in den Himmel gedacht. Himmelfahrt ist immer am 40. Tag nach dem Ostersonntag und vielerorts finden dann Gottesdienste unter freiem Himmel statt.

Doch im Corona-Zeiten ist ein öffentlicher Gottesdienst mit anschließender Flurprozession wie in früheren Jahren nicht möglich. Indes wollte die Pfarrei St. Fridolin das Fest nicht einfach ganz ausfallen lassen. So hatten sich die Verantwortlichen im Kirchenteam Gedanken gemacht, wie der Feiertag würdig begangen werden konnte. Monika Rügamer vom Pfarramt St. Fridolin erzählte, dass sich das Team entschlossen habe, die Flurkreuze trotzdem zu schmücken und die Gläubigen einzuladen – als Familie, Paar oder allein – den Prozessionsweg zu absolvieren. Dazu gab es Texte an den Stationen.

Der Prozessionsweg führt zu den Wegkreuzen am Fridolinsfelsen, die Andacht beim Kreuz am Maienbühl hatte Gottes gute Schöpfung zum Thema, weiter ging es zum Trickes-Kreuz neben der Waldorfschule sowie dem Kreuz vor dem Jugendhaus in der Carl-Maria-von-Weber-Straße.

Die Texte und Lieder hatten wie die Kolpingfamilie, die Pfadfinder, das Team des „etwas anderen Gottesdienstes“ und die Liturgie-Gruppe zusammengestellt.

Und das Angebot wurde, wenn auch nicht im Übermaß, doch von etlichen Gläubigen angenommen, die sich auf den Weg zu einer etwas anderen Prozession gemacht und den sonnigen Tag mit innerer Einkehr und Gebet gefeiert haben.

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