Lörrach Freie Wähler laden Bürger zur Debatte über Verkehrsfragen

Regine Ounas-Kräusel
Soll die Tram nach Lörrach verlängert werden? Foto: Kristoff Meller

Die politische Gruppierung diskutierte über die Tram, die Klinik-Anbindung und Fahrradstraßen.

Stadtrat Matthias Lindemer will die Idee, die Basler Tram von Riehen bis nach Lörrach hinein zu verlängern, noch nicht zu den Akten legen. Er räumte ein, dass die Machbarkeitsstudie jüngst hohe Baukosten für das Projekt ermittelt habe.

Die Tram-Idee

Er wies aber auch auf Zuschüsse hin, die von Bund, Land und Schweizer Seite zu erwarten seien und vom etappenweisen Ausbau. Vor allem aber verlangte er, dass die Stadt vor einer endgültigen Entscheidung die Wirtschaftlichkeit eines Trambebetriebs errechnen lässt und dafür die nötige Software, ein so genanntes Verkehrsmodell, anschafft.

Auch die Freien Wähler wollten keine Tram um jeden Preis, betonte er. Aber er wolle auf sachlicher Grundlage entscheiden. Nur mit einem Verkehrsmodell könne errechnet werden, wie viele Menschen von einem anderen Verkehrsmittel auf die Tram umsteigen und dafür bezahlen würden, erklärte Lindemer. Dieses Werkzeug brauche die Stadt für alle Verkehrsplanungen.

S-Bahn und Zentralklinik

„Wo wollen wir hin?“, fragte der Bürger Christian Bucher. Es stünden ja auch der 15-Minuten-Takt der S-Bahn Basel Lörrach und der Anschluss ans neue Zentralklinikum zur Debatte. Dass der S-Bahn-Halt am Klinikum nicht fertig ist, wenn es 2025 eröffnet werden soll, hielt er für einen Skandal. Ein Grund für diese Verzögerung ist, dass der S-Bahnverkehr mit diesem zusätzlichen Haltepunkt erst dann reibungslos funktioniert, wenn weitere Streckenabschnitte zweigleisig ausgebaut sind.

Stadtrat Jörg Müller erinnerte an einen Vorschlag der Freien Wähler für die Zwischenzeit: Zu den nötigen Zeiten hält die S-Bahn entweder an der Schwarzwaldstraße für Schüler und Pendler oder am Klinikum für Mitarbeiter beim Schichtwechsel und für Besucher. Müller mahnte außerdem, am Klinikum genügend Parkplätze zu schaffen.

Mit wenig Aufwand könne die Buslinie 34 aus Basel weiter nach Lörrach und bis zum Klinikum fahren, schlug Christian Bucher vor. Dies binde das Klinikum bequem an den öffentlichen Nahverkehr an und bringe Grenzgänger ohne Auto zur Arbeit nach Basel.

Als Bucher erwähnte, dass in Basel Elektrobusse fahren, überlegte Gemeinderat Thomas Denzer: Möglicherweise wären diese eine Alternative zur Tram, da sie mit wenig Aufwand und flexibel einsetzbar wären. Lindemer erinnerte daran, dass die Gemeinde Riehen einen 15-Minuten-Takt nur akzeptieren würde, wenn die S-Bahn unter die Erde gelegt wird: „Ich halte das Trämli für wahrscheinlicher als den 15-Minuten-Takt der S-Bahn.“

Radverkehr

Pointiert fragte Lindemer, was die Stadt beim Ausbau von Radwegen erreichen wolle: Den Veloverkehr fördern oder den Autoverkehr behindern? Die neue Fahrradstraße beim Krankenhaus werde kaum genutzt, weil die Velos auch früher schon ihren Weg durch die Innenstadt gefunden hätten.

Auch der Radschnellweg vom Wiesental nach Basel, für den drei Pendlerrouten durch Lörrach geplant sind, kam zur Sprache. Vor allem an der Pendlerroute Ost, die durch Brombach weiter über Hartmatten-, Berg- und Kreuzstraße führen soll, entzündete sich Kritik. Kein Radfahrer würde sie gerne nutzen und für Schulkinder sei sie gefährlich, weil sie auf stark befahrenen Straßen verlaufe, hieß es. In Stetten werde nun eine Strecke auf weniger befahrenen Straßen geprüft, etwa auf der Pestalozzi- und der Schönauer Straße, informierte Lindemer.

Entschärfen könne man Gefahren, indem man für Berg- und Kreuzstraße sowie die parallel verlaufende Belchenstraße Einbahnverkehr vorschreibe, schlug ein Bürger vor. Lindener und Bucher verlangten, die Velo-Pendlerroute am Stadtverkehr vorbei an der Wiese auszubauen.

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