Lörrach Gratis-Essen für Bedürftige

 Foto: Kristoff Meller      

Lörrach - Das sozio-kulturelle Zentrum des gemeinnützigen Vereins Kreuzweg an der Teichstraße konnte seinen Betrieb aufgrund der Corona-Pandemie bisher nur bedingt aufnehmen, aber die ersten Schritte sind getan. Gratis-Lebensmittel werden bereits an Bedürftige ausgegeben.

Zwei Großspenden trugen dazu bei, dass die Sanierung und der Umbau des Hauses an der Teichstraße zu keinem Zeitpunkt gefährdet war. Das Fundament für die Finanzierung dieser sozialen Einrichtung, in der Menschen am Rande unserer Gesellschaft aus Lörrach und Umgebung betreut werden, bildete der Spendenmarathon der Aktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ unserer Zeitung. Im Frühjahr, unmittelbar vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie, kam eine Spendensumme in Höhe von 52 000 Euro zusammen, die dem Verein Kreuzweg damals überreicht wurde.

Bei der zweiten Großspende handelt es sich um eine Leergutbon-Aktion in allen 15 Hieber-Märkten. Innerhalb von fünf Monaten haben Kunden Pfandgut-Bons in Wert von 18 000 Euro nicht eingelöst, sondern in Spendenboxen eingeworfen. Die Hieber-Stiftung hat den Betrag auf 30 000 Euro aufgerundet. Kürzlich erfolgte die Scheckübergabe.

Mit diesem Geld kann der Großteil der restlichen Handwerkerkosten bezahlt werden. Die Bauarbeiten in Küche und Gastraumbereich sind abgeschlossen und die Umbaukosten sind bis auf kleinere Maßnahmen zum größten Teil finanziert. „Der Spendenmarathon des Vereins ’Leser helfen Not leidenden Menschen’ und die Spende der Hieber-Aktion waren die tragenden finanziellen Säulen, welche entscheidend zum Gelingen dieses in Deutschland einmaligen Projekts beigetragen haben“, betont Robert Horvath, der Motor und Initiator des Zentrums.

Mit dem ersten Gratisrestaurant Deutschlands in Lörrach konnte der Verein Kreuzweg bedingt durch Corona zwar noch nicht so starten wie gewünscht, aber seit Ende Dezember werden zweimal die Woche Gratis- Lebensmittel bei Hieber abgeholt und im Café Kreuzweg ausgegeben. Das Essen wird warm zubereitet, die Gäste können es mit eigenen Gefäßen abholen. Dazu gibt es noch Kaffee oder Tee und Gebäck.

Das Angebot wird gut angenommen, es sind laut Horvath „Bedürftige und Personen, die unter dem Shutdown leiden. Manche haben ihr Kurzarbeitergeld noch nicht bekommen und müssen sich Geld leihen, um Essen zu kaufen. Die Weihnachtszeit ist vorbei, aber der größte Teil des Winters steht noch bevor. Viele wissen nicht, wohin sie gehen und was sie machen sollen. Gerne würden sie sich zum Aufwärmen ins Café Kreuzweg setzen, aber es ist leider verboten“.

Horvath ist überzeugt: „Wenn der Shutdown aufgehoben ist und das Café regulär geöffnet werden darf, wird diese Einrichtung zu einer nicht mehr wegzudenkenden Institution im Lörracher Stadtzentrum, die für viele Menschen eine Hilfe in ihrem Leben und Alltag darstellt.“ Hier wird es möglich sein, sich ohne Konsumzwang im Café aufzuhalten, zu essen und zu trinken, ohne bezahlen zu müssen, Kultur zu erleben, ins Gespräch zu kommen und Leute kennenzulernen. Ehrenamtliche Teams verschiedener Kirchengemeinden oder Privatpersonen werden abends den Cafébetrieb übernehmen. Im Café Kreuzweg wird es auch Live-Musik, Filmabende und Vernissagen geben.

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