Lörrach Große Bühne für die alemannische Mundart im Lörracher Burghof

Gabriele Hauger
Jürgen Hack von der Muettersproch Gsellschaft mit Burghof-Geschäftsführer Timo Sadovnik (rechts) Foto: Gabriele Hauger

Das dreitägige Mundartfestival „Ebbis“ präsentiert im Burghof Wortkunst, Musik und Theater im regionalen Dialekt. Die Bandbreite reicht vom Poetry Slam bis zum Late-Night-Quiz – und mehr.

Kooperiert wird mit dem SWR, dem Naturpark Südschwarzwald und der Muettersproch-Gsellschaft. Deren Vorstand Jürgen Hack bricht beim Pressegespräch eine Lanze für das Alemannische. Und freut sich darauf, dem Dialekt eine – wie er findet – verdiente Bühne zu geben. „Deutsch ist eine Sprache, Alemannisch die Vollendung“, sagt er augenzwinkernd.

Das Goschehobel_Trio_ Foto: Forstmeyer

Für alle Generationen

Dialekt ist auch für Burghof-Chef Timo Sadovnik ein großes und „irrsinnig spannendes Thema“. Wenn etwas Grenzen überschreite, dann die Sprache, betont Sadovnik – gerade hier im Dreiländereck. Das Festival passe zudem bestens in seine Absicht, den Burghof noch mehr in der Gesellschaft zu verankern, die Verwurzelung zu stärken.

Entwickelt wurde daher ein vielfältiges Pogramm, das Mundart auf ganz unterschiedliche Weise präsentieren und alle Generationen ansprechen soll.

Auftakt mit Poetry Slam

Den Auftakt macht PoetrySlam in Mundart. Nach der erfolgreichen Premiere in Bernau und der Fortführung in Titisee wird nun der Burghof zur Bühne für Wortkünstler. 16 bis Ende dreißig sollen die Slam-Akteure sein, Bewerbungen werden noch angenommen. Ansonsten gelten die üblichen Regeln des Slams, der Mitte der 80er Jahre in New York entstand und mittlerweile zum Kult geworden ist, gerade auch im Burghof. Das Rahmenprogramm gestaltet das Goschehobel-Trio, es moderieren Vanessa Amann vom SWR und die Mundartautorin Catharina Müller.

Volkmar Staub verlegt die Nibelungensage ins Wiesental /Felix Groteloh

Lustig wird es bei den beiden Aufführungen des Theater Sgaramusch aus Schaffhausen mit „Dingdonggrüezi“. Das Erzähl- und Figurentheater spielt in einer verschachtelten Hauswelt, in der sich Maus und Giraffe tummeln und man leicht den Überblick verlieren kann.

„Let’s schwätz“ heißt es dann beim Badischen Late-Night-Quiz. Den Prolog übernimmt das Lörracher Urgestein, der Kabarettist Volkmar Staub mit seiner Version des Nibelungenlieds, dessen Handlung er kurzerhand ins Wiesental verlegt; einer der Akteure: Tronje von Haagen“. Moderiert wird das anschließende Quiz von Fabian Bürkin, der sonst selbst auch als Slammer sprachgewaltig auf der Bühne steht. Er verspricht gute Laune mit seinen Gästen, darunter Florian Schroeder, bekanntlich aus Lörrach stammend. Beim Quiz will er den Eigenheiten des badischen Dialekts auf den Grund gehen.

Lustiges Theater mit Sgaramusch aus Schaffhausen Foto: Bruno_Bührer

Abschließend wird es musikalisch – und international: „3 Länder – 1 Sproch“. Phil Seens, Sänger, Gitarrist und Performer aus Basel, das Isabelle Grussenmeyer Trio aus dem Elsass und das Christoph Köpfer Trio aus Zell wollen zeigen, wie abwechslungsreich Musik sein kann, deren verbindendes Element die Mundart ist. Moderiert wird der Abend von Jürgen Hack.

Mit Herz und Seele

Dieser wirbt mit Herz und Seele für das Alemannische, das er zu Unrecht auf dem Rückzug sieht. Dagegen will er ankämpfen. Und freut sich über Männer wie den SC-Freiburg-Trainer Christian Streich, den er mit seinem urigen Dialekt als „werbewirksame, unbezahlbare Ikone“ des Alemannischen sieht, und der für viel Beachtung dieses Dialekts in den Medien sorge. Eine ähnliche Wirkung, die er sich auch vom Festival „Ebbis“ erhofft.

Mundartfestival Ebbis: 24. bis 26. Mai im Burghof; Karten unter www.burghof.com

Info

Das Mundartfestival
Mundart Poetry Slam: 24. Mai, 19.30 Uhr „Wie de Schnabel gwachse isch!“; Theater Sgaramusch aus Schaffhausen mit „Dingdonggrüezi“: 25. Mai, 14 Uhr und 26. Mai, 11 Uhr; „Let’s schwätz“: 25. Mai, 19 Uhr, „Badisches Late-Night-Quiz, u.a. mit Florian Schroeder; „3 Länder – 1 Sproch“: 25. Mai, 18 Uhr, mit Musik aus Zell, Basel und dem Elsass

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