Lörrach Gute Laune zum Saisonstart

Meisterin an der Gitarre: Yasi Hofer Foto: Beatrice Ehrlich

Von Beatrice Ehrlich

Lörrach. Eine vorsichtige Annäherung, die nach rund zweieinhalb Stunden in einmütiger Zuneigung und begeisterten Ovationen endet: Das war das Konzert des hier in der Region noch wenig bekannten Yasi-Hofer-Trios mit seiner beeindruckend virtuosen Frontfrau an der E-Gitarre.

Motto des Abends: „Jetzt erst recht“

Ein Eröffnungskonzert im Burghof ist immer auch ein bisschen ein Stimmungstest für die kommende Saison. Yasi Hofer und Band erwiesen sich als perfekter Opener für einen Konzertherbst, der mit einem herzlichen „Jetzt erst recht“ den noch zu spürenden Auswirkungen der Corona-Pandemie trotzt. Mit ihrem exzellenten Spiel, der Ausgewogenheit von soliden Rockbeats und ausgefeilter Gitarrentechnik auf der einen und den so anspruchsvoll aufgebauten wie vielseitigen Kompositionen auf der anderen Seite eroberten Yasi Hofer und Band das Publikum im Sturm.

Coolness und Virtuosität im beeindruckenden Gleichgewicht, Melodienfolgen und virtuose Riffs, die dem Konzert über große Strecken den Charakter eines einzigen, nicht endenden Gitarrensolos gaben, beeindruckten nachhaltig.

Für echte Musikerlebnisse auf dem „Traumschiff“ Burghof statt einsamen Serienkonsums am heimischen Bildschirm hatte zuvor Oberbürgermeister Jörg Lutz in seiner Ansprache an die vielen Sponsoren und Förderer geworben, die bei der Eröffnung ebenfalls an den Tischen saßen.

Und den Bühnenkünstlern und der Burghof-Crew hatte Interims-Chef Andrés Ibarra aus dem Herzen gesprochen: „Jetzt dürfen wir endlich wieder das machen, wozu wir da sind“. Um dies für die Saisoneröffnungsgäste so unkompliziert wie möglich zu gestalten, waren die Sitzplätze ausnahmsweise um Tische gruppiert, an denen Getränke und kleine Tapas serviert wurden.

Ungewöhnlich war der Konzertabend ganz sicher auch aus der Sicht der Band auf der Bühne, neben Yasi Hofer waren das Steffen Knauss am Bass und Christoph Scherer am Schlagzeug: Ein Großteil der Anwesenden meldete sich, als Hofer fragte, wer an diesem Abend nicht gewusst habe, was auf sie zukomme. Die wenigsten hatten vor dem Konzert schon von ihr gehört. Der Offenheit und Lust des Publikums, sich begeistern zu lassen, trat die Band ohne jegliche Allüren und mit bezaubernder Unbefangenheit entgegen. Dass diese Begegnung zu Entdeckungen jenseits festgefügter Genre- oder gar Altersgrenzen geführt hat, wurde an den begeisterten Reaktionen der Zuhörer deutlich. Nicht nur an der Gitarre, welche die Ulmerin mit zwölf Jahren entdeckt und seither zu einer Meisterschaft weiterentwickelt hat, die ihr weltweit als eine der besten Gitarristinnen Respekt einbringt, sondern auch als Songschreiberin und Sängerin setzt Yasi Hofer Maßstäbe.

Mit atemberaubender Geschwindigkeit

Mit Staunen folgt man ihren Fingern, wenn sie mit atemberaubender Geschwindigkeit am Gitarrenhals entlanglaufen. Durchaus ernste Musik, und das mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Verstärker: Die ausgesprochene Bandbreite der Kompositionen vom rein instrumentalen Titel bis zur ausgefeilten Ballade – einfach großartig zum Beispiel der aktuelle Song „I Hear You“ – und die enorme Kreativität der Frontfrau beim Erfinden neuer Themen und Melodiefolgen ermöglichen konzentriertes Zuhören – fast zweieinhalb Stunden lang.

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