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Lörrach Hauinger Historie von Bauten & Co. wird beleuchtet

Peter Ade und Marco Fraune
Im Ortskern von Hauingen: harmonischer Dreiklang aus Kirche, Milchhüsli und Dorfbrunnen Foto: Annette Bachmann-Ade

Die Bürgerinitiative „Lebendiges Hauingen“ will mit einer Geschichtswerkstatt die Historie von Bauten und Sehenswürdigkeiten im Sunnedörfli erkunden.

Zur Orientierung für Neubürger und Touristen ist ein „Hauinger Spaziergang“ mit geschichtsträchtigen Orten in Arbeit – durchaus auch gedacht als eine Hommage an die vielfach gepriesene Hauinger Harmonie.

Ortschaftsrat gefällt Auswahl

Dem Ortschaftsrat gefallen die vorgelegte Auswahl von zwölf Motiven und das Konzept, diese in einem Druckwerk zu bündeln. Aus dem Ratsrund wurde vorgeschlagen, einen Flyer zu entwerfen, der beispielsweise in der Ortsverwaltung zur Verteilung aufgelegt werden könnte.

Ortsvorsteher Günter Schlecht signalisierte der Bürgerinitiative um Pfarrerin Martina Schüßler und Hildegard Biehl-Höchst größtmögliche Unterstützung – bis hin zu einem finanziellen Zustupf aus dem Gemeindesäckel und/oder von der Elektrizitäts-Genossenschaft EGH. Eventuell, so Schlecht, könne man auch den Gewerbeverein „ins Boot“ holen.

Historie im Fokus

„Unser Fokus liegt auf historischen Gebäuden, aber auch auf privaten Geschichten und Anekdoten“, beschreibt die Initiative ihr Vorgehen. Man wolle etwas für den Ort bewegen. Ziel sei es, die Hauinger Geschichte sichtbar zu machen. Der öffentliche Startschuss erfolgte letztes Jahr im September in Form einer Geschichtswerkstatt (wir berichteten).

In der Folge wurden Fotos, Geschichten und Anekdoten gesammelt, die mittlerweile gesichtet und als Lose-Blatt-Sammlung auf weitere Bearbeitung warten – eben mit Überlegung, einen Flyer herzustellen. Wichtiger Helfer ist der Regionalhistoriker Michael Fautz, der vor Jahren das Buch „Hauingen: Das Dorf und seine Menschen in alten Bildern“ verfasst hat.

Das Rathaus in Hauingen Foto: Peter Ade

Start am Rathaus

Die von der Bürgerinitiative aufgelisteten Gebäude und Sehenswürdigkeiten werden „angeführt“ vom Rathaus an der Steinenstraße, 1846/47 erbaut als kombiniertes Rathaus und Schulhaus. Es folgen das spätere eigenständige Schulhaus, der Alte Kindergarten an der Steinenstraße (Einweihung 1904), die ehemalige Metzgerei Dürr (Reiss) an der Steinenstraße 27, die einstige Ziegelei als „Repräsentant“ des Handwerks und die Milchsammelstelle im Dorfzentrum, die einst den Landwirten auch als Wiegehaus fürs Vieh diente.

Hintergrund ist, dass die Konturen des Ortes in ihrer Wahrnehmung geschärft werden, da sie bislang als „relativ gesichtslos“ wahrgenommen würden, so die Sprecher der Initiative. Vor allem Zugezogenen könnten mit dem Projekt „Rundgang“ interessante Orte nähergebracht werden - mit Informationstafeln an alten Gebäuden und einer passenden Broschüre, die zu den Orten führt und Hintergründe aufzeigt.

Erinnerung an Hebel

Pfarrhaus und Nikolauskirche fehlen in der Auflistung natürlich nicht. Auch das Gotteshaus hat schließlich eine bewegte Geschichte. Ortsvorsteher Schlecht erinnert zum Beispiel an die Eltern des Dichters und Pfarrers Johann Peter Hebel, die sich vor dem Altar in Hauingen im Jahr 1759 das Ja-Wort gaben. Mithin seien Hebel und Hauingen zwei Begriffe, die zusammengehören.

Natürlich fehlt auch die Alte Dorfschmiede nicht, auch nicht die Angora-Fabrik an der Lingertstraße, das Gasthaus „Schwanen“ an der Unterdorfstraße und das historische Gebäude „Frisör Schwald“ an der Unterdorfstraße 1, das in der NS-Zeit Bedeutung hatte.

Als versierter Auktionator erwies sich Ortsvorsteher Günter Schlecht, assistiert von Protokollantin Bärbel Asal. Foto: Peter Ade

Holzsteigerig und EGW

Schließlich: Was wäre Hauingen ohne die Holzsteigerig: Bis 1966 konnte jeder männliche Haushaltsvorstand den „Bürgernutzen“ erwerben. Daneben wurden jährlich Schlagräume und überschüssiges Brennholz aus dem heimischen Forst versteigert. Geblieben ist bis heute das Volksfest „Steigerig“ – immer Ende Januar bei der Saatschulhütte und damit noch vor der Buurefasnacht als einem weiteren Alleinstellungsmerkmal im „Sunnedörfli“.

Auf „Hauger Eigensinn“ in bester Tradition basiert die aktuelle Elektrizitäts-Genossenschaft EGH. Mit ihr war die Gemeinde schon vor dem Ersten Weltkrieg Vorreiter in Sachen Bürgerenergie: 1912 gründeten 33 Bürger die Genossenschaft, um mit privatem Kapital den Anschluss des damals armen Dorfes ans Stromnetz zu sichern.

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