Lörrach Hebeldank an Markus Moehring

Die Oberbadische, 07.05.2018 04:00 Uhr

Von Peter Ade

Lörrach. Große Ehre für Markus Moehring: Am Sonntag wurde er im Rahmen des „Schatzkästlein“ mit dem Hebeldank des Hebelbundes ausgezeichnet. Präsident Volker Habermaier würdigte den Leiter des Dreiländermuseums. Er habe dem Haus einen exzellenten Ruf als literarische Gedenkstätte zu Johann Peter Hebel gesichert.

„Moehring hat das Museum systematisch zu einem der großen und bedeutenden Museen Baden-Württembergs ausgebaut und international positioniert“, unterstrich Habermaier in seiner Laudatio. Das Haus widme sich als einziges Drei-Länder-Museum Europas der Geschichte und Gegenwart der Region zwischen Breisgau und Bodensee, mithin der Gegend ums Rheinknie.

Obendrein erwähnte der Präsident die von Moehring und seinem Team zusammengetragene und gepflegte größte Museumssammlung zu Johann Peter Hebel mit über tausend Objekten. Immer wieder schaffe Moehring Verbindungen zum Dichter, Theologen und Pädagogen Hebel, der einst im heutigen Museumsgebäude gewohnt und gewirkt hat.

Dem Hebelbund sei Moehring seit langem ein „stets präsenter, hilfreicher und kundiger Begleiter“. Er leite das Museum seit 1991 und habe es „systematisch, umsichtig und innovativ“ um- und ausgebaut.

Oberbürgermeister Jörg Lutz erinnerte an den Beitritt der Stadt zum Hebelbund vor exakt 70 Jahren. Hebel habe damals in den Hoffnungen der Menschen eine zentrale Rolle gespielt. „Seine Toleranz, sein Christentum und die von ihm gepflegten Verbindungen zur Schweiz waren ein neuer Aufbruch nach den Schrecken des Nationalsozialismus“, betonte der Rathauschef. Moehring habe den Hebeldank „mehr als verdient“.

Im Festvortrag widmete sich der Wissenschaftler Franz Littmann als profunder Hebelkenner und Hebeldankträger 2013 der Reise des Dichters ins Nachbarland. Littmanns Thema: „Ein Aufklärer auf Reisen – Johann Peter Hebels Schweizerreise 1805.“ Mit den Hintergründen befasste sich der Festredner auch in einem Text für das „Lörracher Heft“ Nr. 26.

Aus dem, was Hebel – er begleitete einst zwei Freiherrn durch das Nachbarland – danach über Land und Leute der Eidgenossenschaft schrieb, erfahre man vieles über seine Sichtweise auf das republikanische Staatswesen der Schweiz.

Littmann kam zu dem Schluss, dass Hebel ein Verfechter des friedvollen Zusammenlebens von Christen und Nichtchristen gewesen sei. Vor wenigen Tagen wurde dazu im Dreiländermuseum die Ausstellung „Schweizerreise – Johann Peter Hebel unterwegs als Aufklärer“ eröffnet (wir berichteten).

Für die klangvolle Umrahmung des „Schatzkästlein“ sorgten zwei Jazz-Musiker des Georg-Büchner-Gymnasiums Rheinfelden: Denis Liske (Piano) und Matthias Haller (Schlagzeug).

Den Gottesdienst in der Stadtkirche leitete zum Auftakt des Hebelsonntags Prälat i.R. Hans Pfisterer.