Lörrach HTG entlasten: Jetzt!

 Foto: Kristoff Meller

Die Raumnot am Hans-Thoma-Gymnasium muss endlich entschärft werden: zeitnah! Schule und Stadt können nicht den auf mehr oder weniger unbestimmte Zeit verschobenen Bau des dritten Gymnasiums abwarten.

Die Situation am HTG ist seit mindestens 15 Jahren bekannt, und sie hat sich mit der Zeit noch verschärft. Zuletzt gingen mit dem Bau eines zweiten Rettungswegs abermals zwei Klassenzimmer verloren. Wanderklassen gehören längst zum Standard, Fachräume fehlen, Improvisation ist Alltag. Ganz zu schweigen von der Situation der über 100 Lehrer, deren Aufenthaltsmöglichkeiten in einem Ganztagsschulbetrieb völlig unzeitgemäß sind.

Corona ist wie ein Brennglas, sagt Oberbürgermeister Jörg Lutz. Die Schärfe von Problemen tritt nun noch deutlicher zutage. Das betrifft auch das HTG: Der räumliche Mangel ist derart gravierend, dass die Unter- und Mittelstufe nach der Wiederaufnahme des Schulbetriebs Mitte Juni wesentlich weniger Unterricht hatte als die Schüler im benachbarten Hebel-Gymnasium.

Unterdessen rückt der Bau des dritten Gymnasiums im Neumattgebiet – ursprünglich zentrale Säule der kommunalen Schulentwicklungsplanung – in immer weitere Ferne. Zuletzt hat der Gemeinderat die ebenfalls wichtige Sanierung der Fridolinschule priorisiert. Womöglich werden die Grundschüler währenddessen in die Neumattschule ausweichen, das heißt: Bauliche Veränderungen werden dort in dieser Phase kaum in nennenswertem Umfang möglich sein. Zu allem Überfluss kam noch die Corona-Krise hinzu und versetzte den städtischen Finanzen einen empfindlichen Dämpfer. Dies dürfte den Weg zu einem Gymnasium in der Neumatt abermals verlängern – indes sollten die Planungen weitergeführt werden.

Jedenfalls ist eine kurzfristige Entlastung des HTG unverzichtbar. So, wie sich die Situation darstellt, könnte die Stadt auch Übergangsszenarien mit Containern zumindest in Erwägung ziehen, denn selbst rasch aufgegleiste Baumaßnahmen auf dem Campus würden bis zu ihrem Abschluss wohl Jahre in Anspruch nehmen. Corona ist wie ein Brennglas, sagt Lutz. Das stimmt. Bleibt zu hoffen, dass dieser Mechanismus nun auch als Entwicklungsbeschleuniger wirkt.

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