Lörrach „Im Idealfall ein Leuchtturm des Südens“

Lörrach - „Wachstum, Wandel, Mobilität“: Das sind nach Überzeugung von Monika Neuhöfer-Avdic die wichtigsten Themen der Stadtentwicklung in den kommenden Jahren. In einem nächste Woche erscheinenden Interview äußert sich Lörrachs Bürgermeisterin ausführlich zu Herausforderungen und Perspektiven der Lerchenstadt. Unsere Zeitung veröffentlicht vorab einige Thesen und Standpunkte.

Lörrach steht vor enorm wichtigen Weichenstellungen.

Das Entwicklungskonzept

„Was wir in den nächsten fünf Jahren planen, wird Auswirkungen auf die nächsten 50 Jahre haben“, sagt Monika Neuhöfer-Avdic: „Wir laufen weiter auf Wachstum zu. Wollen wir dieses gestalten, oder soll die Entwicklung über uns rollen?“ Die Kommune werde viel investieren, „dafür brauchen wir ein genaues Zielbild, das uns zur Richtschnur wird im städtischen Handeln“.

Grundlage hierfür sei das „Integrierte Stadt- und Verkehrsentwicklungskonzept“, das nun fortgeschrieben wird. Es soll eine Gesamtschau auf Lörrach ermöglichen und bildet zudem eine wichtige Grundlage für Fördermittelanträge bei städtebaulichen Projekten. „Ich hätte gerne vier Büros, die aus verschiedenen Blickwinkeln auf Lörrach schauen, etwa auf den Freiraum-Aspekt, die Mobilität, Infrastruktur und Stadtentwicklung in Bezug auf Wohnen und Arbeiten sowie mit Ideen zur Klimaanpassung. Im Idealfall haben wir Anfang 2020 vier steile Thesen zur Stadt, über die wir uns mit der Politik und – ganz im Kontext des Leitbildes – auch mit Akteuren der Bürgerschaft austauschen“, präzisiert Neuhöfer-Avdic ihren Ansatz. Das Konzept werde sowohl Handlungsfelder als auch Pläne und Maßnahmenkataloge beinhalten, „als Diskussionsgrundlage und Strategiepapier für den Gemeinderat, der entscheiden wird, wo wir mit der Abarbeitung der empfohlenen Maßnahmen beginnen“.

Die Ortsteile

Unterdessen sei die Kommune mit dem integrierten Entwicklungskonzept „so dicht an den Ortsteilen dran, wie seit Jahren nicht“. Dabei werde auch, aber natürlich nicht ausschließlich, auf den Haagener Ortskern geschaut, sondern ebenso auf Brombach, Hauingen und auch auf Tumringen.

Die Einzelhandelsaspekte

Bei Überlegungen zur Ansiedelung von Einzelhandel ist Neuhöfer-Avdic offen – vorausgesetzt, die Pläne bewegen sich innerhalb der Leitplanken des vom Büro Acocella entwickelten Märkte- und Zentrenkonzepts. Sie warnt entschieden vor einer Aufweichung: „Alles hängt mit Allem zusammen. Unsere Innenstadt beispielsweise funktioniert auch deshalb so gut, weil wir uns an dieses Konzept halten. Übrigens wird auch in der Nachschau etlicher Debatten deutlich, dass die konsequente Umsetzung des Märkte- und Zentrenkonzepts in der Bilanz immer positiv war.“

Die Rathaus-Sanierung

Im Zusammenhang mit dem Mammut-Projekt „Rathaus-Sanierung“ bezeichnet sie den denkmalgeschützten Lörracher Verwaltungssitz zwar als „Ikone“. Gleichwohl ist ein Abriss kein Tabu-Thema: „Zunächst möchten wir bis zum Herbst die Frage beantworten, ob dieses Gebäude zukunftstauglich ist. Kann der Stahlbeton-Kern weitere rund 40 bis 50 Jahre seinen Zweck erfüllen?“ Doch selbst wenn der Kern im Grundsatz zukunftsfest sei, stelle sich zumindest die Frage, „ob wir dieses Gebäude sanieren oder trotzdem neu bauen“. Bei einer Sanierung müsse jedenfalls die Gebäudesub-stanz „quasi runter bis auf die Knochen“.

Die Idee, während eines Rathaus-Um- oder Neubaus mit der Verwaltung in die Gebäude des jetzigen Kreiskrankenhauses zu ziehen, sei „sehr charmant“. Als Architektin gehe sie angesichts der anstehenden Arbeiten ohnehin eher davon aus, dass eine Teilauslagerung der Mitarbeiter unwahrscheinlich ist: „Wir müssen wohl so oder so raus.“

Die Perspektiven

Mit Blick auf die Zukunftsperspektiven der Gesamtstadt sollte deren Lage im Kontext zur Raumschaft künftig noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet werden. „Wir haben als starken regionalen Partner Basel in unserer Nachbarschaft. Gleichwohl ist die Zentralität und Bedeutung Lörrachs auf deutscher Seite zwischen Freiburg und Konstanz herausragend und eine riesige Chance. Lörrach war schon lange nicht mehr so im Wandel wie in diesen Jahren.“

Und wie kann sich die große Kreisstadt in diesem Prozess bestenfalls neu positionieren? Neuhöfer-Avdic: „Im Idealfall als ein Leuchtturm des Südens.“

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