Lörrach - Mit einem umjubelten Konzert begrüßte das Blasorchester „Lure“ am Samstag im gut besuchten Burghof das neue Jahr. Unter dem Titel „España por favor“ nahm das Ensemble sein Publikum mit auf eine musikalische Reise nach Spanien.

Sehr dicht im Klang eröffneten die Bläser, hier deutlich verstärkt durch vier Celli, einen Kontrabass und eine Harfe, den Abend mit zwei Werken des Komponisten Oscar Navarro. Nach „Paconchita“ erklang das „Il Concerto“ für Klarinette und Sinfonieorchester. Dieses wurde von Wind Band für das Blasorchester adaptiert. Als Solist trat Stefan Gorenflo mit einer höchst anspruchsvollen Leistung hervor.

Imposant gespielt

Der US-Amerikanische Komponist Alfred Reed wurde besonders durch seine Kompositionen für Blasorchester bekannt. Von ihm erklang, imposant gespielt, „El Camino Real“. In der Musik wird die Straße der Könige thematisiert. Durch diese Straße sollten die indianischen Ureinwohner von den spanischen Eroberern missioniert werden. Auch in der Komposition ist erlebbar, wie zwei unterschiedliche Kulturen aufeinanderprallen. Im Mittelteil erklang ein klangschönes Solo der Oboe, dass später von der Harfe begleitet wurde.

Der Dirigent Ulrich Winzer, er hatte vor 31 Jahren das Blasorchester Lure gegründet, hatte mit klaren Bewegungen die Musiker jederzeit im Griff.

Mit einem Adagio von Joaquín Rodrigo ging es nach der Pause weiter. Das Werk wurde in der Originalbesetzung gespielt, deshalb saßen deutlich weniger Musiker auf dem Podium. Das zarte Thema wurde nacheinander von der Flöte, der Klarinette und der Oboe solistisch vorgestellt.

Vereint zum großen Orchester

Wieder vereint zum großen Orchester erklang „El Quijote“ von Ferrer Ferran. Mit Hilfe eines Erzählers (Matthias Zeller), der auch die Conférence im Konzert übernommen hatte, wurde die Geschichte des Don Quichotte, der Romanfigur von Miguel de Cervantes, erzählt. Das Werk lebte durch die Gegensätze zwischen den lyrischen und den aufgewühlten Szenen des „Ritters von der traurigen Gestalt“. Leider war die Mikrofonverstärkung des Erzählers zu schwach eingestellt, so dass bei den heftigeren Orchesterstellen der Text der hörenswerten Erzählung unverständlich blieb.

Die weltweit mit am meisten gespielten Oper

Die berühmteste Spanische Oper wurde von einem Franzosen in französischer Sprache geschrieben: „Carmen“ von Georges Bizet, die weltweit mit am meisten gespielten Oper. Die gespielte „Carmen Fantasy“ ist eine hinreißende Bearbeitung für Blasorchester des Japaners Eiji Suzuki. Alle bekannten und berühmten Melodien der Oper sind perfekt arrangiert und zusammengestellt worden – Überraschungen inbegriffen. So werden einzelne Passagen vom Xylophon solistisch interpretiert.

Der Jubel des Publikums kannte danach keine Grenzen. Mit einem schmissig gespielten Paso Doble als Zugabe bedankte sich das Orchester bei den Zuhörern.