Lörrach Hochhaus Engelplatz: Initiative macht mobil

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach -  Die Bürgerinitiative gegen das geplante Hochhaus auf dem Areal „Nördlich Engelplatz“ ist derzeit auf mehreren Feldern aktiv: Mit einer Online-Petition, Flyern und einer Unterschriftensammlung setzen sich die Unterstützer der Initiative für ihr Anliegen ein: eine Verdichtung des Plangebiets – jedoch ohne Hochpunkt.

Zur Erinnerung: Die städtischen Überlegungen für die Bebauung des Gebiets „Nördlich Engelplatz“ werden bislang mehrheitlich vom Gemeinderat unterstützt. Im März hat die freiwillige frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit begonnen.

Die Haltung der Stadt­

Dass sich das geplante Hochhaus nicht in die Umgebung einfügt, ist zwar offensichtlich. Im Bebauungsplan jedoch nennt die Verwaltung Gründe, die einen solchen Hochpunkt städtebaulich rechtfertigen und damit auch juristisch absichern: insbesondere das Ziel, Dichte in der Wohnbebauung zu schaffen (wir berichteten).

Die Petition

Gegenwärtig bleibt die Beteiligungsbereitschaft an der am 14. März gestarteten Petition „Kein Hochhaus am Engelplatz“ noch hinter den Erwartungen der Petenten zurück: Bislang unterstützen knapp 400 Bürger ihr Anliegen, das Quorum liegt bei 1900 Mitstreitern. Indes werde mit dem aktuellen Stand der Petition lediglich ein erstes Stimmungsbild gespiegelt, sagte Dirk Werner als Mitglied der Bürgerinitiative im Gespräch mit unserer Zeitung.

Eine häufig gehörte, spontane Reaktion aus der Bürgerschaft sei: „Das betrifft mich ja nicht“. Jedoch: Sobald sich die Menschen Zeit nähmen, um sich ein wenig mit der Materie zu beschäftigen und sich die Situation erläutern ließen, wachse der Wille zur Unterstützung des Anliegens.

Die Petition an die Stadt ist bis auf den 24. April terminiert, könne aber verlängert werden, so Werner. Auch das Quorum könne von den Petenten justiert werden – gleichwohl halte er 1900 Unterschriften durchaus für realistisch.

Die Unterschriften

Ebenso bedeutend ist für die Bürgerinitiative die Unterschriftensammlung. Bislang hätten sich rund 200 Bürger in diese Form des Protests eingebracht. Sobald das formale Beteiligungsverfahren beginnt, möchte die Initiative offiziell Widerspruch gegen die Pläne der Stadt einlegen, dies hinterlegt mit den Unterschriften der Bürger – es sei denn, die Pläne würden bereits zuvor entsprechend geändert.

Zwischenzeitlich habe sich die Bürgerinitiative juristischen Beistand für ihr Unterfangen gesichert, sagte Werner.

Die Kritik der Initiative

Wie berichtet, nennt die Initiative etliche Argumente gegen den Bau des Hochhauses: Ein rund 44 Meter hohes Gebäude passe nicht in dieses historische Umfeld und verhindere eine bürgerfreundliche Atmosphäre. Ein massives Hochhaus erdrücke als „Fremdkörper“ die städtebauliche Anmutung des Umfelds diesseits und jenseits der Wallbrunnstraße und werte die wenigen verbleibenden Baudenkmäler ab.

Zudem werde insbesondere mit einem Hochhaus Wohnraum im höherpreisigen Segment geschaffen.

„Wer höher baut, muss mehr Platz lassen. Wenn es ums Wohnen geht, brauchen die Bewohner ein bestimmtes Maß an Verkehrs- und Freifläche um das Gebäude herum“, sagte Werner bereits im März gegenüber unserer Zeitung.

Konkret bedeutet dies: Die Geschossflächenzahl definiere, wie viel Geschossfläche im Verhältnis zur Grundstücksfläche errichtet werden könne. Beim geplanten Hochhaus bewege sich dieses Verhältnis – das Maß der baulichen Dichte – nicht ansatzweise in einem verträglichen Rahmen.

Die Alternativen

Die Bürgerinitiative zeigt sich zuversichtlich, dass der Verzicht auf ein Hochhaus nicht gleichzeitg eine Reduzierung der Wohnungsanzahl im Plangebiet bedeuten müsse: Verdichtung könne etwa durch eine jeweils ein- bis zweigeschossige Aufstockung der anderen Neubauten verträglicher gestaltet werden, sagte Iris Pottstock als Mitglied der Initiative.

„Es gibt Alternativen, die weder Nachteile für die gewachsene Quartiersbebauung, noch für die Bürger in der Nachbarschaft haben, gleichzeitig aber den Engelplatz und sein Umfeld aufwerten, die Lebensqualität erhöhen und dennoch den Leitzielen der Stadtentwicklung entsprechen“, zeigt sich die Initiative in einem Positionspapier überzeugt.

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