Lörrach Jubelnd den Tod überwinden

Lörrach - Das Fest der Auferstehung feierten zahlreiche Christen über die Ostertage in den Lörracher Gemeinden. Gottesdienste, Osterfeuer und Veranstaltungen wie die Taizé-Osternacht luden dazu ein, den Sieg des Lebens über den Tod zu würdigen.

Als Symbole für das ewige Leben überstrahlten ein Feuer und die Osterkerze die Dunkelheit am Samstag vor der St. Fridolin Kirche. Nachdem das weithin hörbare „Ratschen“ anstelle der Glocken zur „Lichtfeier“ eingeladen hatte, wurde die Osterkerze in die dunkle Kirche getragen. Der Kraft der Auferstehung Jesu Christi aus dem Tod entspricht später das Hellwerden der Kirche.

Tanzen im Ballsaal Gottes

Von Tod und Trauer zur Lebensfreude führe das Osterfest und sei in diesem Sinne als „ver-rückt“ anzusehen, erklärte Pfarrer Thorsten Becker. „Versprich mir, dass du auf meinem Grab tanzen wirst“; mit diesem Satz leitete er die Predigt ein, die sich auf die Besonderheit im Kirchenjahr bezog, mit Jubel den Tod zu überwinden. Becker hatte zum Osterfest den außergewöhnlichen Brief einer Frau erhalten, deren Mann kürzlich gestorben war. Der Pfarrer hatte das Paar, das mit großem Engagement eine Tanzschule leitete, mehr als 20 Jahre gekannt. Beide waren leidenschaftliche Tänzer. Kurz vor seinem Tod äußerte der Tanzlehrer seine ungewöhnliche Bitte. Die Witwe schrieb an Becker: „Sie werden mich für verrückt halten, aber ich habe es getan.“ Im Schutze der Dunkelheit habe sie für ihren Mann auf seinem Grab getanzt.

So sei auch Ostern zu verstehen, erklärte Becker. Wo an Gräbern der Tod alles lähme und das Lied unseres Lebens verklingen lasse; wo er alle Leichtfüßigkeit zertrete und alles aus dem Takt bringe, ermutige uns ein Fest, wie sonst keines: „Wir singen und jubeln am Grab.“ Von außen betrachtet sei Ostern daher „ver-rückt“. Wir sollten uns aber einladen lassen „in den „Ballsaal unseres Gottes“ und tanzen zur Melodie des ewigen Lebens, „mit Jesus, der uns führt“. Mit der anschließenden Tauferneuerung wurde die Erlösung durch Jesus gefeiert. Die Lesungen spannten einen Bogen von der Erschaffung der Welt bis zu Paulus´ Brief an die Römer. Der Apostel erklärt darin, was es für ihn bedeutet, ein Leben im Glauben an die Auferstehung zu führen.

Taizé-Osternacht in Matthäusgemeinde

Sehr früh am Sonntagmorgen hatte die Matthäusgemeinde zur Taizè-Osternacht an das Osterfeuer auf dem Kirchplatz eingeladen. Zuvor hatten die Konfirmanden wie jedes Jahr in der Stadtkirche übernachtet. Musikalisch begleitet wurden die Taizé-Gesänge von Cornelia Kneser (Violine) und Carlos Huber (Piano).

Eine persönliche Angelegenheit

Ostern beginne leise, führte Pfarrerin Gudrun Mauvais im Ostergottesdienst der Stadtkirche in ihre Predigt ein. Das Fest sei eine persönliche Angelegenheit und berühre unsere Sinne, wenn wir dies zuließen. Ostern, so Mauvais, „muss in mir und mit mir geschehen, oder es wird nicht geschehen“.

Hoffnung auf das ewige Leben

Mit dem Psalm 90 leitete die neue Pfarrerin der Salzert- und der Friedensgemeinde, Juliane Rupp, die Auferstehungsfeier am Sonntag auf dem Hauptfriedhof ein: „Das Leben fährt so schnell dahin, als flögen wir davon.“ Der Psalm geht der Frage nach, was am Ende wichtig ist; wozu der Mensch lebt.

Tröstlich sei die Vorstellung, dass Gottes Zeitmessung anders sei, als die der Menschen. Die Feier fände an einem Ort des Todes statt, erklärte Rupp. Und: „Nicht nur Tote liegen hier begraben; auch Wünsche und Träume.“ An dieser Stätte und in dieser Situation werde die Auferstehung gefeiert; der Sieg des Lebens über den Tod. Mit Liedern und Lesung wurde Trost und Hoffnung auf das ewige Leben vermittelt, bevor die Friedensgemeinde zum anschließenden Frühstück einlud.

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