Lörrach Jüdische Kinderkrippe geplant

Von Bernhard Konradund Ursula König

Lörrach. Die Israelitische Kultusgemeinde Lörrach plant in der Nachbarschaft zur Synagoge die Einrichtung einer jüdischen Kinderkrippe und eines koscheren Cafés.

Rabbiner Moshe Flomenmann und seine Gemeinde möchten jüdisches Leben weiterhin in Lörrach verankern. Dieses Anliegen, jüdischen Glauben im friedlichen Dialog mit anderen Konfessionen zu leben, sieht Flomenmann als wichtigen Bestandteil einer erfolgreichen Integration, wie er im Gespräch mit unserer Zeitung anlässlich des Chanukka Festes im vergangen Jahr betonte. Nun strebt die Gemeinde die Umsetzung neuer Projekte an: Direkt neben der Synagoge wird derzeit ein Gebäude errichtet, in dessen Erdgeschoss eine Begegnungsstätte, ein koscheres Café, einziehen soll. Im Obergeschoss werden ein- bis dreijährige Kinder in einer Krippe betreut. Ein Kindergarten sei ihm eigentlich noch lieber gewesen, indes sei für dessen Genehmigung ein Außenbereich erforderlich, und den könne die Gemeinde an der Rainstraße leider nicht bieten. Wenn alles gut läuft, soll die Kinderkrippe im September 2015 ihren Betrieb aufnehmen.

Seit zwei Jahren arbeiten Monica und Heiner Rexrodt von „Heiners Backparadies“ mit der jüdischen Gemeinde zusammen. Damit ein Teil des Backsortiments koscher angeboten werden kann, wurde speziell hierfür ein Ofen freigestellt. So kann auch „Challa“, ein traditionelles Gebäck zu Sabbat, angeboten werden. Um den Bau der Kinderkrippe zu unterstützen, initiiert das Ehepaar nun ein Benefizkonzert am 2. Oktober im David-Saal der Synagoge.

Der aus Österreich stammende Tenor René Rumpold hat mit dem Pianisten Frizz Fischer ein Programm zusammengestellt, mit dem er bereits in einigen jüdischen Zentren auf der Bühne stand. Die beiden Musiker stellen mit „Sunrise-Sunset“ Melodien jüdischer Komponisten vor, eingebettet in Geschichten und Anekdoten. Zwischen Schwermut und Humor bewegen sich die Lieder Rumpolds, der als Sohn einer jüdischen Mutter, die die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs im Konzentrationslager Mauthausen verbrachte, die jüdische Kultur auch musikalisch in der Gegenwart verankern möchte.

Im Rahmen der von „Heiners Backparadies“ veranstalteten Konzerte war der Tenor bereits vier Mal in Lörrach zu hören. Rexrodt, begeisterter Operetten-Fan, engagiert sich mit ihrem Mann ehrenamtlich für Kinder und Senioren. u  2. Oktober, 20 Uhr, David-Saal, Synagoge, Eintritt frei, freie Platzwahl, Spenden kommen der jüdischen Kinderkrippe zu Gute

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