Lörrach Konzert mit Djazia Satour

Veronika Zettler
Einst feierte sie mit der Trip-Hop-Band „MIG“ Erfolge, jetzt ist sie mit Duo-Partner Pierre-Luc Jamain unterwegs: Djazia Satour im Burghof. Foto: Veronika Zettler

Die Sängerin und Pianist Pierre-Luc Jamain gastierten im Burghof. Im Foyer besang die Künstlerin Freiheit, Gleichheit und Schwesterlichkeit.

Sie wolle den Stimmlosen eine Stimme geben, sagte die aus Algier stammende und seit Jugendjahren in Grenoble lebende Künstlerin. Mit Erfolg: „Dieses Konzert hat einmal mehr gezeigt, dass Musik eine universelle Ausdrucksform ist“, meinte ein Besucher im Anschluss.

Beim Stimmenfestival zu Gast

Schon 2022 bei einem Stimmen-Konzert im Rosenfelspark hinterließ Djazia Satour nachhaltigen Eindruck und brachte das Publikum zum Tanzen. Im Burghof eineinhalb Jahre später bleiben die rund 50 Zuhörer zwar auf ihren Stühlen sitzen und lassen sich nur zu einem halblauten Begleitchor animieren, gleichwohl ist die Begeisterung nicht erst beim Schlussapplaus spürbar. „Ich sehe an eurem Lächeln, dass es euch gefällt“, stellt Djazia Satour fest.

Bilder von weiten Landschaften

Aber noch etwas ist anders als im Juli 2022, denn die 43-jährige Djazia Satour bettet ihre kraft- und seelenvolle Stimme in einen völlig neuen Sound. An die Stelle der damaligen dreiköpfigen Bandbegleitung ist Pianist Pierre-Luc Jamain getreten. In der Koppelung von Klaviermusik, Stimme sowie der von Djazia gespielten Rahmentrommel Bendir und Metallrassel Cabasa lässt das Duo „Bilder von weiten Landschaften entstehen,“ wie es ein Besucher formuliert. Diese Landschaften zeichnet nicht zuletzt Pierre-Luc Jamain, der am Flügel die Ära der Romantik ebenso streift wie die opulenten perkussiven Klavierstile des Jazz. Im Schlussstück bekommt er für seine stürmisch-virtuosen Läufe Sonderapplaus.

Den Opfern gewidmet

Bei dem knapp 90-minütigen Auftritt fügen sich traditionelle Sounds des Maghreb und Muster der Popmusik zu Klangkunstwerken aus scheinbar einem Guss. Gleichzeitig durchstreift das Duo ein thematisch weites Feld. „Jetzt kommt ein feministisches Lied“, kündigt Satour ein Stück an. Ein weiteres in ihrer arabischen Muttersprache mit dem Titel „Zintkala“ erzählt von der Schlacht bei Wounded Knee im Jahr 1890 und erinnert an die dort getöteten 400 Lakota-Sioux, es sei indes all jenen gewidmet, die „Opfer des Kolonialismus“ wurden. Zu Letzteren zählt die franko-arabische Sängerin im Übrigen auch die Palästinenser, wie einem aktuellen Aufruf auf ihren Social-Media-Präsenzen zu entnehmen ist.

Hoffnung der Migranten

In Titeln wie „Neghmat Erriah“ (Melodie der Winde) und „Taleb Laman“ (Suchender) beschreibt sie die Hoffnung der Migranten, die nach Europa kommen, und kritisiert zugleich die Ungleichbehandlung von Flüchtlingen: „Die einen sind erwünscht, die anderen nicht“, sagt sie, und „Europa hat Angst vor Menschen, die Hilfe brauchen.“

Zum Schluss gibt es anhaltenden Applaus für das Duo und zwei Zugaben für das Publikum.

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