Lörrach Lauffenmühle: Stadt kauft

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Die Stadt Lörrach steht kurz davor, das Lauffenmühle-Areal von Claas E. Daun zu kaufen. Das bestätigte Oberbürgermeister Jörg Lutz gestern.

„Die Vorstellungen des Eigentümers und unser Angebot liegen nicht weit auseinander“, versprühte Lutz Optimismus, dass der Erwerb der Lauffenmühle-Grundstücke schon bald in trockenen Tüchern sein könnte.

Der in den vergangenen Wochen aus den Reihen der Belegschaft geäußerten Hoffnung, dass der Betrieb des Textilunternehmens fortgeführt werden könnte, wenn die Stadt im Besitz der Grundstücke wäre, widersprach der Lörracher Oberbürgermeister. Der Grundstückserwerb habe mit dem Betrieb des Unternehmens nichts zu tun. „Das sind zwei völlig unterschiedliche Vorgänge“, betonte auch Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic. Die Betriebsschließung sei unabwendbar.

Die Stadt Lörrach besitzt ein Vorkaufsrecht für das Lauffenmühle-Areal. Damit die Kommune nicht, wie beim KBC-Grundstück, kalt erwischt wird, hat der Gemeinderat frühzeitig eine „Vorkaufssatzung“ beschlossen.

Das bedeutet, dass die Stadt für das 40 000 Quadratmeter große Areal ein Vorkaufsrecht zu einem marktüblichen Preis hat. Dieser wurde bereits auf Kosten der Stadt von einem unabhängigen Gutachter ermittelt. Berücksichtigt wurden dabei auch Altlasten.

Gelernt hat die Stadt hier aus den Versäumnissen beim Verkauf des KBC-Grundstücks, das ebenfalls Claas E. Daun gehörte. Für das KBC-Areal gab es keine rechtsgültige Vorkaufssatzung. Das bedeutete, dass die Stadt trotz ihres Vorkaufsrechts exakt die Summe auf den Tisch hätte legen müssen, die private Investoren bereit waren zu zahlen – ohne Berücksichtigung des marktüblichen Preises.

Für die Stadt ging damit eine wichtige innenstadtnahe Fläche für die Stadtentwicklung verloren. Oder anders ausgedrückt: Der Einfluss der Kommune auf die Entwicklung des KBC-Areals wäre deutlich größer, wenn ihr die Fläche gehören würde.

Bei der Lauffenmühle kann das nicht passieren, weil die Stadt laut Lutz fest entschlossen ist, das Areal zu kaufen. Leicht wird aber auch das nicht. Der Erwerb muss nach den Worten des Oberbürgermeisters „außerhalb des Haushalts“ finanziert werden. Allerdings hofft Lutz auf Mittel aus der Städtebauförderung des Landes.

Der Lauffenmühle-Belegschaft nützt das indes wenig. Betroffen von dem endgültigen Aus des traditionsreichen Textilunternehmens sind am Standort Brombach 76 Mitarbeiter, in Lauchringen 166. Das Unternehmen hatte bereits im Januar beim Amtsgericht Waldshut das Insolvenzverfahren beantragt. Am 1. April wurde das inzwischen abgeschlossene Verfahren eröffnet. Auch intensive Bemühungen des Insolvenzverwalters, Übernahmeinteressenten zu finden, scheiterten. „Interessenten gab es, aber leider ist es so, dass keiner bereit war, den Geschäftsbetrieb zu übernehmen“, erklärte Insolvenzverwalter Boris Sakowski gegenüber unserer Zeitung.

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