Lörrach "Lörrach Alaaf!!!"

Lörrach - Eine rheinische Frohnatur wird Protektorin der Lörracher Fasnacht 2019. Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic wurde beim Schnägge Esse am 11.11. in ihr fasnächtliches Ehrenamt eingeführt und erklärte mit dreifachem „Lörrach Alaaf“: Protektorin zu sein, sei das schönste Ehrenamt, das man sich als Kölnerin vorstellen könne.

Anders als bei ihrer Wahl zur Bürgermeisterin am 26. April gab’s diesmal keine Patt-Situation und schon gar kein Losverfahren. Narrenzunft und -gilde waren sich einig: Neuhöfer-Avdic ist goldrichtig fürs höchste Amt zur Fasnachtszeit.

„Hier in Lörrach ist Gleichberechtigung nicht nur Trug und Schein“, rühmte Neuhöfer-Avdic mit einem Seitenhieb auf ihre rheinische Heimat, wo es ausschließlich Männern vorbehalten sei, den Karneval zu lenken. Im Übrigen: Frauen mit Doppelnamen hätten sich in Lörrach bislang schon immer gut geschlagen.

Elferrat in Sicht?

Sie freue sich riesig auf ihr Protektorenamt. „Vor uns liegt ein Fest der Völkerverständigung. Und heute gründen wir die rheinisch-alemannische Vereinigung“, kündigte die Kölnerin am Sonntag im Lasser-Saal an.

Was ihr noch fehle, sei ein „ordentlicher Elferrat“. Interessenten rufe sie deshalb mit Zunft und Gilde dazu, sich bis Anfang Januar mit „aussagekräftigem Lebenslauf“ im Rathaus zu melden.

Zunftmeister gut aufgelegt

Freilich hatte das Schnägge Esse weitere Höhepunkte. Oberzunftmeister Andreas Glattacker, der die Auftaktveranstaltung bravourös moderierte, verkündete die „Losig 2019“. Sie lautet kurz und bündig: „Alles spinnt“.

Das fasnächtliche Urgestein Hansi Gempp präsentierte aus seiner Sicht eine ganze Liste an Beweisen: „Im Stadtrot spinne sie umme wegenem Verkehr im Städtli.“ Und weiter: „D’ Frau Feßmann will e Trämli bis uf Haage, un de Velo-Papst, dä Gerd (Wernthaler) wolle gar eine Velo-Autobahn durch Lörrach bauen...

Einen Glanzpunkt in der Bütt setzte Zunftmeister Thomas Wagner. Kostprobe: „Lörracher Velofahrer mit Stil fahre mit Schildkappe, de Dullisch vo de Stadt wohl eher mit Schilderkappe.“

Spitzen verteilt

Nach einer Spitze Richtung Stimmen-Chef Muffler machte Wagner Vorschläge, um der Wohnungsnot in Lörrach Herr zu werden. Man könne einige Rathaus-Stockwerke umwidmen: „Ma macht eifach us dem lange Egon ä kurze Lutz“ und verlege einige Büros ins „Steigenberger“, wo es dem Vernehmen nach freie Betten gebe. Der Transfer könne – wie im Europa-Park geplant – über eine Seilbahn erfolgen.

Auch Karl-Heinz Sterzel und Ralf Buser eroberten die Bütt. Sterzel: „Ich ha bi de AfD Mitglied werde wölle - es isch g’scheiteret am Führerzügnis...“ Buser meinte, nach 40 Ehejahren sei seine Frau genügsam geworden. Heute gebe sie sich mit einer schönen Geburtstagskarte zufrieden - „ä Visa- oder Mastercard“ genüge ihr gänzlich...

Weitere Beiträge lieferten Philipp Buser, Klaus Ciprian Beha, der Grenzacher Andreas Kuck und Peter Quercher, der ein Burghof-Management „mit Hand, Herz und Hirn“ reklamierte - „dann bringe d’Lüt au Geld in d’Kasse“.

Oberzunftmeister Glattacker und Obergildenmeister Jörg Roßkopf präsentierten die von der Baslerin Clelia Zoller entworfene Fasnachtsplakette. Pflegedienstleiterin Claudia Deichsel vom Hospiz am Buck erhielt einen Spendenscheck der Narrenzunft über tausend Euro.

Kurs für Nordlichter

Den heiteren Schlusspunkt setzte der frühere Kanderner Bürgermeister Bernhard Winterhalter mit einem Alemannischkurs für Nordlichter. Motto: „Deutschland, das Land der Dichter und Denker, Kandern der Trichter und Schwenker.“

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