Lörrach Lörrach neu denken

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Den Widrigkeiten der Corona-Pandemie zum Trotz lässt die Arbeit des „Runden Tischs Klima“ bereits deutliche Konturen erkennen. Im Klimabeirat erläuterte Lutz Knakrügge den Stand der Dinge.

Der Runde Tisch könnte sich als neues Element ehrenamtlichen Bürgerengagements fest in der Stadt etablieren. Nicht allzu lange nach seiner Gründung hat er bereits inhaltliche Leitplanken eingezogen.

Der Hintergrund

Der Impuls kommt aus der Stadtverwaltung: Mit dem Runden Tisch sollen Bürger stärker in kommunale Klimaschutzthemen eingebunden werden. Die dort entwickelten Ideen werden in den Klimabeirat – der ehemaligen „Projektkommission Energiestadt“ – eingebracht. Dieser formuliert Empfehlungen an die politischen Gremien der Stadt – freilich insbesondere für Projekte, die letztlich vom Kommunalparlament bewilligt werden müssen.

Inhaltliche Ansätze von Klimabeirat und Rundem Tisch sollen damit auch in den Haushaltsplanberatungen der Kommune zu finden sein.

Die Projekte

Die am Runden Tisch engagierten Bürger treffen sich bislang in erster Linie virtuell. Derzeit bearbeitet die Gruppe sechs Themenfelder: 1. Mobilität und Verkehr: In der Utopie „Lörrach autofrei“ soll deutlich werden, „welche Konsequenzen sich ergäben, würde die Stadt Lörrach diesen Weg beschreiten. Es sollten sowohl Sinn als auch Unsinn einer autofreien Stadt erkennbar sein.“

Und weiter: „Man sollte sehen können, welche Teilschritte eines solchen Weges auch kurzfristig realisierbar wären und einen positiven Nutzen für die Menschen hätten. Zur Zeit werden die Herausforderungen zusammengestellt, die dieser Ansatz beinhaltet, und es wird über autofreie Lösungsideen nachgedacht“, beschreibt Knakrügge das Projekt. Ansprechpartner Lutz Knakrügge (lutz@mail.pcom.de)

2. Stadtplanung / Wohnen /Gebäude und Energieversorgung: Zu den hier angedachten Projekten zählen etwa eine Kampagne für mehr Fotovoltaik in Lörrach, der Ausbau eines Nahwärmenetzes, das Erstellen eines „Musterhauses“ (CO2-neutral, hohe Autarkie) und gemeinschaftliches Wohnen. Ansprechpartner: Herr Bohnert (Lubohni@t-online.de)

3. Schule: Erörtert wird in dieser Gruppe etwa die Zusammenstellung eines digitalen Materialien- und Ideenpools für Schulen, ein Klimawettbewerb und eine Klima-Werkstatt, zudem ein alternatives Schulwegkonzept (vom Elterntaxi zum gemeinsamen Schulweg zu Fuß) sowie die Bemessung des ökologischen Fußabdrucks an Schulen. Ansprechpartnerin: Sophia Salzberger (Sophia.salzberger@schoepflin-stiftung.de)

4. Stadtgrün: Die Gruppe hat Initiativen für mehr Baumpflanzungen, Patenschaften und Pflege von Baumbeeten sowie zur Vermeidung und Umgestaltung von Schottergärten im Blick. Ansprechpartnerin Brigitte Rau (brigitte.rau.34@gmail. com)

5. Konsum / Ernährung und nachhaltiger Lebensstil: Zielrichtung ist zunächst: Menschen zu „Fair-Brauche-Treffs“ einzuladen, gute Alternativen zum Konsum kennenzulernen und gemeinsam das Verbrauchs- und Einkaufsverhalten zu ändern. Ansprechpartner: Hartmut Schäfer (fairbraucher@fairnetzt-loerrach.de)

6. Wissen / Bewusstsein und Öffentlichkeitsarbeit: Geplant ist die Mitarbeit an einer Kommunikationskampagne der Stadt mithilfe von Plakaten und Flyern, Berichterstattung über den Runden Tisch Klima und dessen Projekte sowie über lokale Initiativen in verschiedenen Medien. Darüber hinaus sind Info-Veranstaltungen und die Werbung neuer aktiver Mitglieder für den Runden Tisch Klima vorgesehen. Ansprechpartnerin: Claudia Löwe-Hertel (loewe-hertel@ web.de)

Grundsätzliches

Knakrügge ergänzte seine Ausführungen mit einigen grundsätzlichen Aussagen zur Herangehensweise des Runden Tischs. So sei es etwa beim Projekt „Lörrach autofrei“ durchaus gestattet, „zuerst einmal radikal die Utopie zu denken, und nicht gleich mit kleineren Lösungen zu kommen“. Gleichzeitig sei es den Engagierten wichtig, „die positiven Seiten zu zeigen und unsere Ideen und Projekte zu vermarkten“, denn: Klimaschutz hänge oft ein „Verbots- und Verzichts-Image“ an: „Wir sollten überlegen, wie man erfahrbar machen kann, dass umweltschützendes Verhalten ein Gewinn ist.“

Diese neue Form der Bündelung bürgerschaftlichen Engagements für den Klimaschutz mit Anbindung an die Stadt wurde im Klimabeirat positiv aufgenommen, wenngleich Bernhard Escher (CDU) sagte, der Runde Tisch sei „nicht repräsentativ für die Lörracher Bevölkerung“. Extern moderiert wird der Runde Tisch von Mechtild Beucke-Galm – ihre Dokumentation bildete die Basis für Knakrügges Vortrag. Beucke-Galms Arbeit wird von der Schöpflin Stiftung finanziert.

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