Lörrach „Man kann sich alles sagen, oder?“

Trotz angeheiterter Stimmung liegt Streit in der Luft. (v.l.) Oliver Dürscheidt, Kerstin Kapfer, Joachim Geiser, Uwe Uhlemann und Christelle Ranc. Foto: Mike Bach Foto: Die Oberbadische

Mit „Zwei wie Bonnie und Clyde“ startete das Lörracher Bühneli-Theater vor Kurzem erfolgreich in die neue Saison. Ihr zweiter Saisoncoup feiert demnächst Premiere. Die letzten Proben zur Gesellschaftskomödie „Der Vorname“ versprechen ein ungewöhnliches Kontrastprogramm.

Lörrach. „Wie...wie willst Du ihn nennen, deinen Sohn?“ Ungläubige Entrüstung am Abendtisch der Familie Garaud in Paris. Der Lebemann und werdende Vater Vincent provoziert gerne auf hohem Niveau, wenn auch nicht immer stilsicher. Vor allem mit seinem Schwager, seines Zeichens Literaturprofessor an der Sorbonne und von Natur aus mit einem besserwisserischen Temperament gesegnet, liefert er sich gerne das eine oder andere Wortgefecht. Alles in freundschaftlichem Geiste, versteht sich.

„Das Gute an einer Familie ist, dass man sich alles sagen kann.“ Oder doch nicht? Diesmal geht die Scherzerei zu weit. Der Namensstreit für das Ungeborene steigert sich zu einer existenziellen Krise und ist Auslöser einer ganzen Reihe von Entlarvungen und Missverständnissen, die den Familiensegen immer wieder auf die Probe stellen. Welcher Vorname letztendlich das Rennen macht, gerät zur Nebensache, dient als dramaturgischer Faden.

Die unterhaltsame Gesellschaftskomödie der französischen Autoren Matthieux Delaporte und Alexandre de la Patellière wurde 2010 in Paris uraufgeführt und 2012 erfolgreich verfilmt. Seine Raffinesse entspringt den scharfsinnig inszenierten Dialogen, einer Prise französischem „Savoir Vivre“, gepaart mit emotionalen Gedankensprüngen und Wortspielen.

Nun bringt Regisseur Günther Geiser das Stück auf die Bretter des Bühneli-Theaters. Kein leichtes Unterfangen, mit dem sich der Regisseur da stilistisch Neuland betritt.

Anspruchsvolles Theater

„Wir sind vor allem für lustige Stücke in alemannischer Mundart bekannt“, erklärt Geiser. Doch „Der Vorname“ sei ein viel komplexeres und anspruchsvolleres Kontrastprogramm. Gerade diese Herausforderung war es, die die Schauspieler so gefesselt habe.

„Wir versuchen dabei, möglichst nah am französischen Original zu bleiben.“ So wurden laut Regisseur Gallizismen, Namen und französische Referenzen ganz bewusst in die deutsche Übersetzung übernommen. „Ob es uns damit gelingt, den Zuschauern dieses gewisse „Flair“ zu vermitteln, werden wir am Premierenabend sehen.“

Der ist bereits am kommenden Samstag, 19. Oktober, um 20 Uhr. Es bleiben also nur noch wenige Tage für das Ensemble, um am Feinschliff zu arbeiten. Die kleine Generalprobe vergangenen Sonntag verlief jedenfalls zur Zufriedenheit aller, sodass das Bühneli-Ensemble nun mit Zuversicht den ersten Aufführungen entgegen fiebert.   Karten und Infos gibt es auf www.buehneli.de.

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