Lörrach - Nach dem Motto „Ich kann machen, was ich will“ führte Kabarett-Shootingstar Tino Bomelino am vergangenen Freitag im Nellie Nashorn durch sein erstes abendfüllendes Programm „Man muss die Dinge nur zu Ende“. Dabei spielte er geschickt mit Lücken, unerwarteten Wendungen und abrupten Übergängen, die er durch scheinbar spontane Text-, Bild-, Musik- oder Videoeinlagen auflockerte.

Bereits der Beginn seines Programms gestaltet sich eher ungewöhnlich: Als das Licht im Saal ausgeht, erscheint der Komiker zunächst nicht selbst auf der Bühne, sondern kommuniziert mit dem Publikum mittels eingeblendeter Textbotschaften im Comic-Stil. Mit einer „wichtigen“ Frage sorgt er dabei gleich für erste Lacher. Will er doch wissen: „Können wir die Veranstaltung verschieben?“

Nach weiteren Minuten schriftlicher Kommunikation erscheint Tino Bomelino schließlich doch persönlich und sinniert gleich einmal darüber, wie schwierig eigentlich Begrüßungen sind: „Wie geht die Umarmung mit jemandem, der einen Rucksack trägt? Drückt man den Rucksack mit? Ich kenne den Rucksack doch gar nicht!“

Unterbrochen werden seine mehr oder weniger tiefsinnigen Gedankengänge – mal spricht er über seine Anfahrt im ICE, mal über seinen Streit mit einer Zimmerpflanze, mal über das Vater-werden oder über die Erfindung des Wortes „Prellung“ – immer wieder von absurd-komischen Liedchen, die der Künstler mittels Loop-Station oder auf der Gitarre produziert. In ersterem Fall ahmt er zunächst verschiedene Geräusche mit dem Mund nach, nimmt diese nacheinander auf und lässt sie in Endlosschleife, übereinander gelegt abspielen. Daraus entstehen Melodien, die Bomelino schließlich mit gesungenen Textzeilen füllt. Auch das Publikum darf einen Teil dazu beisteuern. So können die Besucher in der Pause einen Zettel ausfüllen, auf dem sie einerseits eintragen können, was sie eigentlich wollen, und andererseits, was sie stattdessen machen. Daraus entsteht dann nach der Pause ein einmaliger Song unter dem Motto „Manchmal frage ich mich am Abend, was mache ich da den ganzen Tag lang“.

Comics, Bilder und Videos sind Teil des Programms

Ebenfalls ein fester Bestandteil des Programms sind niedlich-skurrile Comic-Zeichnungen des sympathischen Künstlers wie etwa seine erfundene Tierart „Ele-pfand“, Bilder und Videos. Letztere zeigen zum Beispiel süße Tierclips, ein Interview mit Bomelinos Mitbewohner Andi oder den Künstler selbst, wie er als „Irritiermann“ im grünen, aufgeblasenen Anzug in der Stadt unterwegs ist und Passanten verwirrt. Bereits zuvor hatte er dieses Gefühl von Irritation und Belustigung auch live auf die Bühne gebracht, indem er in genau diesem Aufzug erschienen war.

Ein besonderer Höhepunkt der Show ist auch die Passage, in der es um das Lieblingsnaschwerk des Künstlers geht, um Duplos. Am Anfang verspricht er zwar jedem Gast eines, lange bleibt aber unklar, ob er dieses Versprechen auch wirklich ernst gemeint hat. Als er die süßen Riegel schließlich hinterm Bühnenvorhang hervorholt, erwartet ihn daher begeisterter Applaus.

Insgesamt erleben die Besucher einen abwechslungsreichen und unterhaltsamen Abend, an dem die Zeit nur so verfliegt. Und ehe man sich versieht, ist Bomelino auch schon bei den letzten Klängen eines seiner Lieder angekommen und verabschiedet sich unter großem Beifall in die Nacht.