Lörrach Messner wird Weltrekord aberkannt

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Der Lörracher Eberhard Jurgalski hat die Liste der 8000er-Bergbezwinger zusammengestrichen. Weltweit sorgt dies für Schlagzeilen. Foto: zVg/Aart Markies

Reinhold Messner galt als der erste Mensch, der alle 14 Achttausender ohne zusätzlichen Sauerstoff bestiegen hat. Jetzt wird ihm der Rekord aberkannt – was auch mit den Forschungen des Lörrachers Eberhard Jurgalski zu tun hat.

In der neuen Ausgabe des Guinness-Buchs der Rekorde wird Messners Rekord dem Amerikaner Ed Viesturs zugeschrieben, wie der Südwestrundfunk (SWR) berichtete. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte der in Tumringen lebende Bergchronist Jurgalski: „Ich habe nur die Arbeit von zwei jungen Forschern veröffentlicht.“

Die Beschimpfungen

Gegenüber unserer Redaktion und dem SWR sprach er zudem Beschimpfungen an, denen er nun ausgesetzt sei. Manche erfüllten aus seiner Sicht den Tatbestand der Beleidigung, so Jurgalski. Er werde versuchen, hiergegen mit Anwälten „etwas zu machen“, sagte er wörtlich dem SWR.

Die Motivation

Bereits im August vergangenen Jahres hatte sich Jurgalski in einem Interview mit unserer Zeitung generell über Kritik und Beschimpfungen in den Sozialen Medien geäußert. Damals betonte der Forscher, „dass ich niemandem seine Glanzleistungen aberkennen will, aber Fehler passieren halt auch den großen Namen. Und Chronisten sind meines Erachtens dazu da, auf Fehler hinzuweisen und die Geschichtsschreibung zu korrigieren.“

Die Überraschung

Er sei von den Ergebnissen seiner umfangreichen Arbeit selbst überrascht gewesen, sei sogar „viele Male geschockt, ja sogar sehr traurig gewesen, weil ich als Chronist verpflichtet bin, die Wahrheit über die Besteigungen zu berichten, und meine Tabellen korrekt sein müssen. Und nun musste ich fast allen meiner Helden einen oder mehrere Gipfel absprechen“, erklärte Jurgalski im Interview.

Die Begründung

Auf die Frage: „Worauf führen Sie es zurück, dass Messner Ihrer Analyse zufolge 65 Meter vor dem eigentlichen Gipfel nicht mehr dorthin gegangen ist?“, antwortete der Forscher: „Die Route war sehr schwierig, wenn auch keine komplette Wand, eher mit Gratbegehung gemischt. Am Ende des oberen Grats trifft man auf einen anderen Grat, den wirklichen Gipfelgrat, und es wird unübersichtlich. Ich denke, es war schlicht aus Versehen wegen schlechter Sicht und Erschöpfung. Diese Gratkreuzung ist 65 Meter vom Gipfel entfernt, und es hätten auch noch zwei Vorgipfel überwunden werden müssen, bevor man zum eigentlichen Gipfel kommen würde.“

Tatsächlich verändert hätten im Grunde aber nicht er und seine Mitarbeiter Rodolphe Popier sowie Tobias Pantel die Geschichtsschreibung, sondern „die Bergsteiger selber, indem sie des Öfteren nicht die Gipfel gefunden haben.“

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