Lörrach Mit rhythmischer Dynamik

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Stimmgewaltig und seit 25 Jahren von Ibolya Barla bestens geführt: der Gesangverein Tumringen Foto: Breuer

Es gibt verschiedene Gründe, ein Konzert zu veranstalten. Für den Gesangverein Tumringen war es die Gelegenheit, eine Veranstaltung nachzuholen, die vor zwei Jahren geplant war und wegen der Pandemie nicht stattfinden konnte. Ein anderer Grund war die Chorleiterin, die seit 1997 an der Spitze steht.

Lörrach (ghb). Gospels standen am Samstagabend auf dem Programm, und die kleine Kirche auf dem Berge war vollständig belegt mit Musikinteressierten, Vereinsmitgliedern mit Familien und Freunden. Vorher hatte man sich an diesem milden Sommerabend beim Apéro ein wenig abgekühlt. Der Chor mit rund 40 Mitwirkenden – die Damen mit roten Halstüchern, die Herren mit Hosenträgern in dieser Farbe – trug die Gospels (gesungenes Evangelium) mit sehr viel Engagement und Temperament vor. Während der Einmarsch der Heiligen (Oh, when the saints go marching in) noch verhältnismäßig verhalten ablief, erreichte die Stimmung mit „Jesus ist der Fels, auf dem ich stehe – Jesus is the solid rock I stand“ einen ersten Höhepunkt.

Inmitten der wogenden Melodien und rhythmischer Dynamik stand eine kleine Dame mit hoher Musikalität und ungarischem Temperament: Chorleiterin Ibolya Barla. Sie kam nach erfolgreichem Musikstudium in Klausenburg nach Deutschland und dirigiert seit langem nicht weniger als sechs Chöre im Dreiländereck.

Ansporn zu Höchstleistungen

1997 traf sie auf „den stattlichen Männerchor“, wie Vorstand Heiner Rexrodt es ausdrückte, „ein Novum damals in der Chorlandschaft“. 2013 entstand ein Projekt, daraus wiederum 2015 ein gemischter Chor mit mittlerweile 50 aktiven Sängern.

„Liebe Ibolya, du hast uns wieder zusammengefügt. Uns anzuspornen zu Höchstleistungen, das ist eine Aufgabe von Format,“ sagte Rexrodt in seiner Laudatio. „Wir haben in unseren Gemeindehallen musiziert, waren zu Gast im Burghof und zu einer Chorreise nach Ungarn. Mit deinen Ideen hast du uns immer wieder neue Ziele gesteckt.“ Und etwas schüchterner kam dann: „Du bist ein Schatz“. Ein Ausdruck dafür waren die Sonnenblumen, die Sängerinnen und Sänger aller Stimmen ihrer Chorleiterin zum 25-jährigen Jubiläum persönlich übergaben.

Die sichtlich gerührte Ibolya widmete sich dann mit großem Temperament Liedern wie „Lass mich dein Teddybär sein „(Let me be your teddy bear) von Elvis Presley oder „Bright eyes – schöne Augen“ von Simon and Garfunkel. Beim „Halleluja“ ging es wie ein Donnerrollen von 40 Stimmen durch das Kirchenschiff, unterstützt vom Schlagzeuger Gerd Baumgartner, Frank Engler, Baß und Markus Koch am Klavier. Und hier zeigte der Chor die sorgfältige Einstudierung. Es gelang, das „Halleluja“ auch im Piano sehr dezidiert vorzutragen, und die 200 Zuhörerinnen und Zuhörer hielten den Atem an. Ein gefühlvoller Schluss, „Let there be peace“ (Lass Frieden einkehren), begleitete so manchen Zuhörer bei dem Rückweg hinunter in die Stadt.

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