Lörrach/Inzlingen - „Achtung auf dem Maienbühlweg“, warnt ein Hinweis im aktuellen Inzlinger Gemeindeblättli. Schon mehrfach habe „ein bisher nicht ermittelter Täter auf der Stettener Seite des Maienbühlwegs Baumstämme über den Weg gelegt und gefährliche Situationen geschaffen“. Die Polizei Lörrach spricht hingegen lediglich von Ästen und hat bereits den mutmaßlichen Täter ermittelt.

Verdacht hat sich erhärtet

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„Wir haben Ende Oktober einen 61-jährigen Radfahrer aus einer Nachbargemeinde an zwei aufeinanderfolgenden Tagen kontrolliert und aufgrund weiterer Nachforschungen hat sich der Verdacht erhärtet“, bestätigte Jörg Kiefer von der Pressestelle des Polizeipräsidiums am Mittwoch auf Anfrage unserer Zeitung.

Doch der Reihe nach: Der erste Vorfall hat sich laut Kiefer bereits im Sommer ereignet. Damals sei Anzeige erstattet worden, weil ein etwa „daumendicker Ast“ von knapp einem halben Meter Länge auf dem vor allem bei Radpendlern, Fußgängern und Freizeitsportlern beliebten Verbindung zwischen Stetten und Inzlingen offenbar mutwillig auf dem Weg platziert wurde. Im Oktober wandten sich laut Kiefer dann gleich drei Fußgänger wegen ähnlichen Vorfällen mit teils deutlich dickeren Ästen an die Polizei. Außerdem meldete sich ein Radfahrer, der so einem Hindernis ausweichen musste.

Im Inzlinger Rathaus gingen ähnliche Hinweise ein: „Ich wurde zweimal informiert“, sagte Bürgermeister Marco Muchenberger im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein Bürger, der täglich mit dem Rad nach Lörrach pendle, habe ihm sogar Fotos geschickt, die große Äste auf dem Weg zeigen. „Es war offensichtlich, dass diese mutwillig hingelegt wurden, weil sich an dieser Stelle kein Baum befindet“, schilderte Muchenberger. Verletzte seien bislang glücklicherweise nicht zu beklagen gewesen, aber da der Weg vor allem bei Inzlinger Schülern sehr beliebt sei, „wollten wir jetzt, wo es morgens noch dunkel ist, davor warnen“.

Polizei sieht keine konkrete Gefahr mehr für Radfahrer

Die Polizei nahm die Fälle laut Kiefer von Beginn an sehr ernst und schickte im Oktober Streifen teils über mehrere Stunden und insbesondere am frühen Morgen zu den Pendlerzeiten nach Stetten. Dabei wurde an zwei aufeinanderfolgenden Tagen Ende Oktober der besagte Radfahrer angehalten.

Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass es sich dabei um den Täter handeln muss. Denn: „Seither ist uns kein Fall mehr bekannt geworden, obwohl wir weiter verstärkt kontrolliert haben“, erklärte Kiefer. Darum gehe die Polizei aktuell „von keiner konkreten Gefahr“ mehr aus. Auch wenn auf solchen Wirtschaftswegen natürlich immer ein unvorhergesehenes Hindernis auftauchen könne. Darum auch Kiefers Bitte: „Solche Sachen immer melden.“

Versuchter gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr

Der Fall des kontrollierten Radfahrers liege nun bei der Staatsanwaltschaft. Der Vorwurf: versuchter gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. Ob der Verdächtige aber wirklich verurteilt wird, ist laut Kiefer fraglich, da ihm hierfür eine konkrete Gefährdung nachgewiesen werden müsse.