Lörrach Podiumsdiskussion zum Klimawandel

Toni Kostic
Die Diskussionsrunde im Werkraum Schöpflin Foto: Toni Kostic_

Der Klimawandel hat Folgen, die nicht mehr vermeidbar sind: Mit dieser Aussage eröffnete Mechtild Beucke-Galm die Veranstaltung des „Runden Tisches Klima“.

LÖRRACH. Das Thema Klimawandel wurde am Mittwoch im Werkraum der Schöpflin Stiftung diskutiert. Konkret ging es um die Frage: „Wie können wir uns in Lörrach gegen die Folgen des Klimawandels wappnen?“

Temperaturanstieg

Zunächst referierte Gian-Kasper Plattner, Forscher an der eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL, über die wichtigsten Aspekte und spezifischen Auswirkungen für die Region. In den vergangenen 100 Jahren verzeichnete die Schweiz bereits einen Temperaturanstieg von 2,5 Grad. Bis 2060 kämen laut dem Mitverfasser des IPCC-Berichts weitere zwei bis zweieinhalb Grad hinzu. Heftige Niederschläge beispielsweise treten gegenwärtig 30 Prozent häufiger und zwölf Prozent intensiver auf.

Die Stadt Lörrach setze auf das Konzept der Klimaanpassung, erörterte Britta Staub-Abt, bei dem es um die Reduzierung der Risiken und potenziellen Auswirkungen des Klimawandels gehe. Um Extremwetterphänomenen entgegenzuwirken, sei im Bebauungsplan die Erhaltung von möglichst viel Grünflächen festgesetzt worden, erklärte die Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Mobilität. Unter anderem das Pflanzen neuer Bäume und die Erschließung von Versickerungsmöglichkeiten für Wasser kämen hinzu.

Bürgerfragen

Weil es während des Abends auch Raum für Rückfragen gab, nutzten die anwesenden Bürger die Gelegenheit rege: Warum versiegelt man für den Bau des neuen Zentralklinikums wieder Fläche, obwohl man das stillgelegte Köchlin-Areal in der Stadt habe? Ein Teilnehmer griff die von Staub-Abt erwähnte Baumverschenkaktion auf und fragte im Kontrast dazu: „Ist Ihnen eigentlich klar, welche Dimensionen das Ganze annehmen wird?“

„Die Dimension des Klimawandels ist uns sehr wohl bewusst“, entgegnete Staub-Abt und führte aus, dass Technik zukünftig einen wichtigen Beitrag leisten werde und dass der Stadt Lörrach einige Flächen nicht zur Verfügung stehen.

Mittel fehlen

Auch Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic äußerte sich und bedauerte, dass für Maßnahmen der Klimaanpassung Mittel fehlten. Zwar versiegele man für das neue Klinikum Flächen, im jetzigen Areal des Kreiskrankenhauses sehe sie wiederum Flächen, die entsiegelt werden können, und auch das Köchlin-Areal betrachte sie als Chance, mehr Grün in die Stadt zu bringen.

Konzept in Basel

Insgesamt stellen sich in Basel dieselben Problematiken wie auch auf deutscher Seite, stellte schließlich Susanne Fischer, Projektleiterin beim Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel-Stadt, fest. Man wolle sich mit schnellen Maßnahmen – mit Sonnenschirmen, Pergolen, mobilen Baumtöpfen und Sprühneblern – Zeit verschaffen, um die nötigen städte- und straßenbaulichen Maßnahmen wie Grünstreifen und versickerungsfähige Flächen gemäß dem Konzept der „Schwammstadt“ zu realisieren, sagte Fischer. Diese seien jedoch langwierig.

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