Lörrach Post und Bank unter neuem Dach

mek, 15.02.2018 00:00 Uhr
Mit der Hauptpost ist gestern auch der letzte Mieter des Postareals endgültig ausgezogen. Nun können kommenden Woche die Bagger anrollen und Platz machen für das Wohn- und Geschäftshaus „Lö“. Kristoff Meller hat sich mit Iris Laduch-Reichelt von der Pressestelle der Postbankzentrale in Bonn, über den Umzug ins Wallbrunneck unterhalten.

Wie viele Filialen betreibt die Postbank in Deutschland und wie oft kommt es vor, dass eine von ihnen umzieht?
Wir haben rund 1000 Filialen in Deutschland und im Durchschnitt wickeln wir fünf bis sechs Umzüge pro Jahr ab. 2017 waren es allerdings deutlich mehr. Das lag daran, dass wir in einigen Städten unsere Angebote in einem Vertriebscenter gebündelt haben und dafür in vielen Fällen größere Räume anmieten mussten.

Wie lange im Vorfeld wurde der Lörracher Umzug geplant?
Wir verfügen über einen über die Jahre ausgeklügelten und perfektionierten Ablaufplan für Umzüge, der bei allen Filialen zur Anwendung kommt – da ist alles generalstabsmäßig durchgeplant. Für den Standort Lörrach haben wir Anfang Dezember mit dem Ausbau der neuen Filiale am Wallbrunneck begonnen. Grundsätzlich starten wir – vorbehaltlich der Baugenehmigung – rund drei Monate vor dem realen Umzug. Sie müssen sich das wie bei einem Privat-Haushalt vorstellen. Zunächst werden Trockenbau- und Elektroarbeiten durchgeführt, Stromkabel werden verlegt, neue Möbel bestellt, die Telekom muss rechtzeitig die Anschlüsse bereitstellen.

Zusätzlich benötigen wir allerdings noch spezielle Leitungen für die Geldautomaten und auch einen Wachschutz für die Baustelle. Kurz vor dem Umzug werden Verbrauchsmaterialien und Büroartikel, die wir in unserer Filiale verkaufen, angeliefert. Zuletzt werden die gelagerten Briefe und Pakete von der alten in die neue Filiale transportiert, die Geldautomaten geleert, umgesetzt und am neuen Standort von unserem Wertlogistiker wieder befüllt.

Bis Dienstag wurden die Kunden noch an der Palmstraße bedient, ab heute schon im Wallbrunneck. Wie schafft man es, innerhalb von eineinhalb Tagen sämtliche Schalter und Dienstleistungen umzuziehen?
Wir nutzen den Umzug natürlich auch zur Modernisierung und tauschen viele Dinge aus. Im konkreten Fall wird die Filiale komplett neu eingerichtet mit hellen und freundlichen Möbeln und die Filiale wird komplett barrierefrei. Barrierefrei bedeutet aber nicht nur, dass es keine Stufen gibt, sondern dass auch Durchgänge, Türen und Abstände zwischen den Möbeln so breit sind, dass Kunden mit dem Rollstuhl oder Rollator problemlos durchkommen.  

Ändert sich für die Kunden am neuen Standort etwas, oder bleibt das Angebot gleich?
Die gute Nachricht ist, dass nichts wegfällt. Es gibt weiterhin das volle Leistungsspektrum der Postbank. Von der Beratung zu komplexen Finanzprodukten über Ein- und Auszahlungen am Schalter bis hin zu den klassischen Postdienstleistungen, die wir als Kooperationspartner der Post anbieten. Denn bei der Lörracher Hauptpost handelt es sich schon lange nicht mehr um eine Filiale der Deutschen Post, sondern um eine Filiale der Postbank, die als Partner der Post auch Postdienstleistungen anbietet. Die Menschen müssen ab heute zwar neue Wege gehen, aber es gibt den selben Service aus der Hand der bekannten Mitarbeiter.  

Am neuen Standort ist kein großer Parkplatz wie auf dem Postareal vorhanden. Wie funktioniert die Anlieferung von Briefen und Paketen?
Wir werden auf der Rückseite des Gebäudes neben dem Mitarbeitereingang eine Lieferzone einrichten.  

Wird die Postbank an die Palmstraße zurückkehren, wenn das Dienstleistungszentrum fertiggestellt ist?
Die Postbank hat jetzt viel Geld für eine neue, attraktive Filiale in die Hand genommen und der Zeithorizont für das Postareal ist mit dem Abriss und Neubau relativ lang. Wir werden darum zunächst schauen, wie der neue Standort am Wallbrunneck von den Kunden angenommen wird und diesen nach einiger Zeit bewerten. Wir halten ihn aber auf jeden Fall für sehr geeignet.
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