Lörrach Programm von Stimmen steht

Gabriele Hauger
Bukahara liefern auf dem Marktplatz eine Special Show zu 30 Jahre Stimmen. Foto:  

30 Jahre Stimmenfestival: Der Vitra Campus wird zum neuen Spielort. Bildende Kunst wird ins Festival integriert. Die menschliche Stimme soll wiederum in all ihren Facetten in Konzerten vom 4. Juli bis 4. August beleuchtet werden. Wer kommt?

Die Top-Marktplatzkonzerte des Stimmenfestivals waren bereits bekannt – von Gims bis Sportfreunde Stiller. Aufhorchen ließ dann aber bei der öffentlichen Stimmen-Pressekonferenz die Ankündigung eines neuen und sehr charismatischen Spielorts: der Vitra Campus in Weil am Rhein. Hier finden drei Konzerte statt. Zum einen kommt der britische Singersongwriter James Blunt (2.8.) nach Weil, zum anderen die Britin Birdy mit ihren starken, aber auch verletzlichen Songs (3.8.). Das dritte Konzert und somit der ultimative Festivalschluss ist noch nicht in trockenen Tüchern. Festivalchef Timo Sadovnik verspricht indes einen weiteren „Kracher“.

Marktplatzkonzerte

Königin des Pop, Jess Glynne Foto: Kate Bellm

Das Herzstück von Stimmen bleiben die publikumsträchtigen Marktplatzkonzerte (24.-28.7.). Hier wird der französische Rapper Gims mit charismatischer Stimme und extrovertiertem Outfit mit seinen Top Hits erwartet. Bukahara aus Berlin, die eine Live-Bühnenshow speziell für 30 Jahre Stimmenfestival zusammenstellen, kommen am Abend darauf. Sportfreunde Stiller („Applaus, Applaus“), drei grundsympathische, bodenständige Typen, wie Sadovnik betont, folgen. Der legendäre Chris Isaak wiederum hat wahre Hymnen geschrieben zwischen Rock’n’Roll und Pop. Zum Einstieg wird Tanita Tikaram auftreten. Den Schlusspunkt auf dem Alten Markt setzt dann die Königin des Pop, Jess Glynne.

30 Jahre Stimmen

Esmmearlda Conde Ruiz /York Wegerhoff

30 Jahre Stimmen: Timo Sadovnik hat sich dazu so seine Gedanken gemacht. Was ist das Festival? Was macht es so besonders? Welche Potenziale hat es? Die Fokussierung auf die menschliche Stimme sei ein klares Alleinstellungsmerkmal mit viel Potenzial. 30 Jahre – das ist für Sadovnik auch ein Anlass zu neuen Inspirationen. Daher wird nun erstmals die Bildende Kunst integriert. Dies vor allem durch ein eigenes Kunstprojekt, eine Installation aus Klang und Farbe.

Kunstprojekt

Bildende Kunst

Die Künstlerin Esmeralda Conde Ruiz forscht an der Schnittstelle von KI und Stimme. Unter dem Titel „Paint the Town red“, was im Englischen so viel wie „ausgelassen feiern“ bedeutet, wird sie den Windfang des Burghofs rot gestalten. Aus 24 kleinen Lautsprecherboxen werden KI-Stimmen erklingen. Aktuelle Fragen zu unserem künftigen Umgang mit KI sollen mit dieser Installation aufgegriffen werden.

Zudem sollen in der ganzen Stadt Schaufenster mit Bildender Kunst bespielt werden können. Und so ist dieses Jahr auch erstmals das Stimmen-Logo rot geworden, die Plakate strotzen von wilden roten Pinselstrichen.

Rosenfelskonzerte

Sona Jobarteh /Schindelbeck

Viel Bewährtes wird das Festival aber auch in diesem Sommer bieten. Dazu gehören die Rosenfelskonzerte (17.-21.7.), bei denen sich das Publikum stets gerne auch auf Experimente einlasse, wie der Festivalleiter anerkennend ausführt. Dort gastieren die argentinische Sängerin Natalia Doco, der Folk-Sänger Blanco White aus London, Gizmo Varillas mit Inspirationen aus der ganzen Welt und enormem Instrumenten-Aufgebot, die sozial stark engagierte Sona Jobarteh aus Gambia mit einer 21-saitigen Stegharfe, die Congo Cowboys, die zum aktuellen Country Trend passen, oder dänische Folkmusik. Neu ist ein Kinderkonzert am Sonntagmittag mit „Simon sagt“ zum Mittanzen. Es soll auch dafür sorgen, „dass Stimmen zum Familienevent wird“, sagt Sadovnik.

Wenkenpark

Festivalleiter Timo Sadovnik Foto: Gabriele Hauger

Einen Kindertag (14.7.) gibt es auch wieder im Riehener Wenkenpark mit Sven van Thom. Das zweite Mal finden hier die Konzerte mitten im Park unter Bäumen statt. Aufgrund des Erfolgs gibt es statt bisher 300 nun 600 Karten. Es wird kontrastreich: der extrovertierte, avantgardistische und nicht immer jugendfreie Ivo Dimchev bietet eine unerwartete Show, der italienische Liedermacher Pippo Pollina kontrastiert das am Folgeabend mit einer poetisch-mitreißenden Mischung aus Folk, Rock, Global und mediterranem Lebensgefühl.

Die Nina Simone Story feat. Fola Dada Foto: Wilfried_Heckmann

Natürlich wird auch der Burghof bespielt. Hier findet die offizielle Festivaleröffnung (11.7.) mit der „Nina Simone Story“ statt, einer Hommage an die Bürgerrechtlerin und Diva des Jazz, die im übrigen vor 30 Jahren bei Stimmen auf der Bühne stand. Nun wird sie von Fola Dada verkörpert. Das delian::quartett (14.7.) widmet sich mit der Schauspielerin Angela Winkler den Werken Brechts (14.7.) und der Chor Chanticleer (16.7.) bietet Chormusik vom Feinsten.

Traditionsgemäß besucht Stimmen mit zwei sehr unterschiedlichen Formationen in der Woche vor dem offiziellen Start verschiedene Orte in der Regio: Burg Rötteln, Steinen, Binzen, Binningen und Riehen.

Beibehalten wird auch der Selbstläufer „Lörrach singt!“. Bespielt wird zudem voraussichtlich zweimal die Röttler Kirche: von Ingenium aus Slowenien und dem berührenden Frauentrio Trei. Entspannten Konzertgenuss sollen wiederum die beiden Abende im Werkraum Schöpflin bieten mit anatolischem Folk und Elektro.

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