Lörrach Publikumsmagnet mit Zugkraft

Markus Moehring, Bärbel Schäfer und Peter Kunze vor der großen Pinnwand mit den Kommentaren zur herausragenden Qualität der „Reformationen“-Ausstellung Foto: Walter Bronner Foto: Die Oberbadische

Von Walter Bronner

Lörrach. Selten noch fand eine Sonderausstellung im Dreiländermuseum so große Resonanz wie die aktuelle Darstellung des großen religiösen und gesellschaftlichen Umbruchs am Oberrhein durch die Reformationsereignisse im 16.Jahrhundert. Bis gestern vor Öffnung des Hauses wurden 9910 Besucher der Ausstellung „Reformationen“ registriert. Und Museumsleiter Markus Moehring ist sich sicher, dass in den noch verbleibenden vier Wochen die Zehntausender-Marke überschritten wird.

„Wir hatten die größte und thematisch differenzierteste Ausstellung in Baden-Württemberg zur Reformation und ihren Auswirkungen“, gab Moehring gestern beim Pressegespräch zu verstehen. Die nächstgrößte, thematisch enger gefasste, wurde in Mannheim gezeigt.

In den Lörracher Besucherzahlen enthalten sind auch die 102 Gruppen, davon 20 Schulklassen, die sich durch die Ausstellung führen ließen, ebenso die 1607 Gäste, die an den 35 Vorträgen und sonstigen Begleitveranstaltungen teilgenommen hatten. Letztere wurden zu einem großen Teil von Kurator Peter Kunze durchgeführt. Sein Resümee: „Wir hatten immer ein außerordentlich interessiertes Publikum und viele positive Rückmeldungen!“ Es wurden denn auch deutlich mehr Führungen als ursprünglich vorgesehen von ihm und kompetenten Kräften des Museums angeboten. Guten Absatz fand desgleichen das in 1000er-Auflage gedruckte Begleitbuch, von dem nur noch 126 Exemplare übrig sind.

Katholiken in der Überzahl

Entsprechend positiv fielen die Rückmeldungen im Gästebuch und an der großen Pinnwand aus. Und viele Besucher markierten mit farbigen Klebepunkten an einer weiteren Wand ihre Religionszugehörigkeit. Erstaunlicherweise sind da die Katholiken in der Überzahl, die Protestanten erst an zweiter Stelle. Bemerkenswert auch die stattliche Zahl von Gästen islamischer Religion und der areligiösen Interessenten.

Von durchweg positiver Resonanz und nachhaltiger Breitenwirkung sprach auch Dekanin Bärbel Schäfer, deren Kirchenbezirk als Ausstellungspartner wesentlich beteiligt war und dessen Öffentlichkeitsreferent Christoph Zacheus-Hufeisen einige Kostproben aus dem Gästebuch vorlas. Sowohl Laien als auch fachkundige Besucher, darunter Theologen und Historiker, auch aus der Schweiz und Frankreich würdigten das schlüssig gegliederte Arrangement der Ausstellung, ebenso die kompetenten und spannenden Führungen.

Und die vielen Zettel an der großen Pinnwand, meist von Kindern, bekundeten ebenfalls helle Begeisterung über die Qualität der Ausstellung. Die schriftlichen Erwachsenen-Kommentare loben fast immer auch die breit gefächerte Darstellung der Folgen der Reformation, als deren gravierendste Auswirkung der Dreißigjährige Krieg die deutschen Lande ins Elend stürzte und auch die Bevölkerung der Markgrafschaft um etwa die Hälfte reduzierte. Diesem Schreckensgeschehen und seinen regionalen Protagonisten ist eine eigene Abteilung der Reformationsschau gewidmet (wir berichten noch gesondert). Auf sie wollen die Ausstellungsmacher in der noch verbleibenden Zeit bis zur Finissage am 8. April die besondere Aufmerksamkeit der Besucher lenken. Ergänzt wird der Abschluss der Ausstellung auch durch einen festlichen Gottesdienst mit Dekanin Schäfer in der Stadtkirche.

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