Lörrach Räume bauen, die Menschen empfangen

Die Oberbadische, 12.10.2017 19:30 Uhr

Lörrach (ouk). Das Architekturbüro Wilhelm und Hovenbitzer feierte am Mittwoch sein 50-jähriges Bestehen (wir berichteten). Im Jahr 1967 gründeten Fritz und Barbara Wilhelm das Büro in Lörrach. Seitdem haben sie zahlreiche, zum Teil preisgekrönte Industriegebäude, Wohnhäuser und Sakralbauten verwirklicht. Bauwerke aus dem Hause Wilhelm und Partner prägen auch das Stadtbild von Lörrach, so zum Beispiel die Wohnanlage „Stadion“ in der Nordstadt, die Sparkasse, das Landratsamt und die neue Synagoge.

Fritz Wilhelm hieß Geschäftspartner, Bauherren und Handwerker willkommen – unter ihnen Oberbürgermeister Jörg Lutz, den Geschäftsführer der Wohnbau Lörrach, Thomas Nostadt, und Klaus Jost sowie Rainer Liebenow vom Vorstand der Sparkasse.

Immer wieder setzten sich Fritz und Barbara Wilhelm bei Wettbewerben durch und verwirklichten in ganz Baden Schulen, Sporthallen, Schwimmbäder und andere Gebäude. Im Rahmen des Jubiläumsempfangs plauderte Fritz Wilhelm etwas aus dem Nähkästchen. Der Bürgermeister von Neuenburg, für den er ein Schulzentrum bauen sollte, habe ihm, dem jungen Architekten, damals gesagt: „Bauen Sie mir etwas Schönes“. Diese Aussage zeige, dass das Vertrauen zwischen Bauherr und Architekt sei essenziell sei.

Zum Erfolg des Architekturbüros Wilhelm und Partner trug auch bei, dass dort mit hohem ästhetischem Anspruch geplant wird, verbunden mit Kostenbewusstsein und einem wachen Blick für die Funktion des Bauwerks.

Ein gutes Beispiel dafür ist das Gebäude der AOK, das aus dem 1970er Jahren stammt. Nicht wegen des Zeitgeistes wurde es mit abgerundeten Formen gebaut, sondern wegen der Rohrpostanlage, erzählte Wilhelm. „Du musst als Architekt immer auf dem neuesten Stand sein, immer Neues lernen“, betonte er. Seit 2001 beziehungsweise 2017 sind auch die Architekten Frank Hovenbitzer und Heinzpeter Kohlhaas als Partner im Büro Wilhelm tätig. Tochter Uta Wilhelm-Schulthess gehörte von 2007 bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 zur Bürogemeinschaft.

In den vergangenen 50 Jahren erwarb sich das Büro Wilhelm und Hovenbitzer das Vertrauen vieler Bauherren und Handwerker. „Die Wohnbau hat an die 500 Wohnungen mit Wilhelm und Partner gebaut“, rief Thomas Nostadt in Erinnerung. „Die Architekten haben Kreativität mit Kostenbewusstsein verbunden, was angesichts des Spardrucks der Kirche wichtig war“, sagte Jörg Thalmann von der Johannesgemeinde. Dort bauten die Architekten einen markanten Klinkerbau, der Gottesdienstraum und Gemeindezentrum verbindet. Jeder Mensch spüre den Raum, der ihn umgebe, körperlich, sagte Fritz Wilhelm: „Wir wollen Räume bauen, die die Menschen empfangen.“