Lörrach Sanierung Martinshaus Lörrach

Wolfgang Hügin und Sandra Flohr freuen sich über den sanierten Wohnungskomplex. Foto: Nils Straßel

Lörrach -  „Älteren Menschen Heimat, Pflege und einen würdigen Lebensabend in christlichem Geist ermöglichen“: Das ist das Leitbild des Evangelischen Altenwerks Lörrach. Das Martinshaus im Adlergässchen steht stellvertretend für diese Philosophie, und nach seinem Umbau vom Pflegeheim zur Service-Wohnanlage im vergangenen Jahr bietet es den Bewohnern mehr Flexibilität und Entscheidungsfreiheit als je zuvor.

Das Konzept des Service-Wohnens offeriert Senioren alle Vorteile eines Pflegeheims: von Tag- und Nachtbetreuung und Notruf-Klingeln in jedem Zimmer bis zu einem hauseigenen Bistro im Erdgeschoss. Der Unterschied sei, dass diese Leistungen individuell je nach Bedarf zur Miete dazugebucht werden, anstatt pauschal berechnet zu werden, erklärt Wolfgang Hügin, der erste Vorsitzende des Altenwerks: „So können auch Angehörige der Bewohner einen Teil der Pflege übernehmen, wenn sie das möchten. Außerdem gibt es denjenigen Senioren, die noch sehr selbstständig sind, die Freiheit, etwas selbst zu kochen oder die eigene Wäsche zu waschen. Aber auch das könnten wir im Martinshaus natürlich für sie übernehmen.“ Deshalbsei das Leben in einer Service-Wohnanlage deutlich günstiger als die gängigen Pflegeheimgebühren.

Ein Ort für jüngere und ältere Senioren

Darüber hinaus führe die Flexibilität des Konzepts zu einer weitaus breiteren Alterspanne für potentielle Bewohner. „Jüngere Senioren mit 65, die einfach eine kleinere Wohnung mit der ein oder anderen Hilfestellung haben möchten, sind hier optimal aufgehoben. Andererseits können wir uns auch um Bewohner über 90 kümmern, die deutlich pflegebedürftiger sind“, erläutert Hügin.

Bei dem im Juni 2019 begonnenen Umbau wurden keine Kosten und Mühen gescheut. Für eine Investition in Höhe von sechs Millionen Euro wurden die 33 Einzelwohnungen zum Teil vergrößert, die Sanitäranlagen erneuert und barrierefrei gestaltet sowie eine neue Fußbodenheizung installiert. „Abgesehen von den tragenden Wänden, ist eigentlich alles neu“, erzählt Hügin.

Die durchweg positiven Erfahrungen mit den weiteren Service-Wohnanlagen des Altenwerks am Karl-Herbster Platz und in Binzen hätten ihm die Entscheidung für diese Investition bedeutend erleichtert: „Das Konzept kommt bei Mitarbeitern und Kunden sehr gut an.“ Eine dieser Mitarbeiterinnen ist Sandra Flohr. Sie leitet das Martinshaus vor Ort und steht allen Anwohnern für Fragen zur Verfügung.

Für Hügin ist die ausgezeichnete Lage des Standorts im Adlergässchen ein Charakteristikum des Gebäudes. Vom verkehrsberuhigten Bereich im Herzen des Lörracher Stadtzentrums aus sind beispielsweise die Stadtkirche oder die Cafés der Fußgängerzone nur wenige Minuten entfernt. „Im Martinshaus ist man mitten im Lörracher Stadtleben“, betont der Vorsitzende. Außerdem betreibt das Evangelische Altenwerk ebenfalls die neben dem Martinshaus gelegene Wohnanlage Martinshof. Hügin zieht in Erwägung, die beiden Einrichtungen in Zukunft miteinander zu verbinden, um eine noch größere Wohngemeinschaft zu ermöglichen.

Neben den Appartements bietet das Altenwerk zusätzlich ein Tagespflegeprogramm im Erdgeschoss des Martinshauses an, bei dem zu Hause lebende Senioren Gesellschaft und Beschäftigung bekommen, während die Angehörigen etwas entlastet werden.

Die Bauarbeiten befinden sich momentan in der Endphase, sodass das Programm voraussichtlich am 1. Juli beginnen kann und bis Mitte dieses Monats die letzten Mieter eingezogen seien. Aktuell sind laut Hügin noch drei Wohnungen zu vergeben.

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