Lörrach Schüler helfen Schülern

Die Oberbadische, 05.09.2018 20:41 Uhr

„Ich lieb den Sommer, ich lieb den Sand, das Meer…“ tönt es aus dem Klassenzimmer der Grundschule in Tumringen. Es ist Mittwochnachmittag – Zeit für t-Kidz (Tumringer Kinder der Zukunft). Zehn Kinder, vier Erwachsene und zwei Jugendliche sitzen im Kreis und starten mit einem Lied in die Hausaufgabenbetreuung.

Lörrach. Danach werden die Kinder ihren Betreuern zugeteilt und ziehen sich in verschiedene Zimmer zurück.

An einem Tisch sitzt Amy, Achtklässlerin der FES-Realschule, und übt mit einem Jungen Mathe. Gemeinsam mit zwölf Achtklässlern absolvierte sie ihr Sozialpraktikum an der Tumringer Grundschule und unterstützten die ehrenamtlichen Mitarbeiter von t-Kidz in der Hausaufgabenbetreuung der Grundschüler. Dabei fördern sie jeweils ein bis zwei Kinder mit schulischen Defiziten (etwa Sprache, Konzentration, oder auch fehlende Unterstützung im Elternhaus), beim Erledigen der Hausaufgaben, Lesen und manchem mehr.

t-Kidz bietet seit fünf Jahren Hausaufgabenbetreuung in der Grundschule Tumringen an. „Unser hoher Betreuungsschlüssel ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Jule Dobrunz, Sozialarbeiterin und Leiterin von t-Kidz. Durch das Prinzip „Lachen und Loben“ und die enge Begleitung jede Woche werden schnell Beziehungen zwischen Schülern und Betreuern geknüpft. Das wirkt sich positiv auf die Leistungen der Schüler aus, berichten die Lehrer. Kinder werden so gestärkt und motiviert.

Seit Beginn des Schuljahres 2017/18 gibt es eine Kooperation zwischen t-Kidz und der Realschule der FES Lörrach. Im Unterschied zu ihren Klassenkameraden, die ihr Sozialpraktikum eine ganze Woche lang in Kindergärten oder etwa im St. Josefshaus ableisteten, waren diese Schüler, über zehn Wochen verteilt, einmal pro Woche nachmittags vor Ort. „Da es immer wieder Schüler gibt, die sich die Arbeit in Einrichtungen für ältere Menschen oder für Menschen mit Behinderung nicht vorstellen können, sehen wir im Angebot von t-Kidz eine mögliche Alternative, die dennoch über die bereits gemachten Erfahrungen im Kindergartenpraktikum in Klasse 7 hinausgeht“, sagt Lehrerin Sarah Jacquier. „Unsere Schüler lernen dabei, auf die Bedürfnisse der Grundschüler einzugehen, aber auch Grenzen zu setzen und zu führen. Eine wertvolle Erfahrung dabei ist außerdem: Ihre Hilfe wird tatsächlich gebraucht.“

Das Sozialpraktikum in der achten Klasse gehört zum Bereich „Soziales Engagement“ im Bildungsplan und ist für alle Schüler der Realschule verbindlich. Es gehört gleichermaßen zur Berufsfelderkundung und zur Persönlichkeitsentwicklung. Auch im nun beginnenden Schuljahr wird es für die Achtklässler möglich sein, bei t-Kidz ihr Praktikum zu absolvieren. Für ihr Engagement auf diesem Gebiet hat die FES-Realschule im vergangenen Schuljahr bereits zum dritten Mal das BORiS-Siegel für Berufsorientierung erhalten.

  t-Kidz ist eine Initiative der c-Punkt gGmbH, die Leiterin ist Sozialpädagogin Jule Dobrunz. Für die Unterstützung des Projekts werden noch ehrenamtliche Mitarbeiter gesucht. Andere Realschulen, die ein Sozialpraktikum über t-Kidz anbieten möchten, können sich ebenfalls melden. Kontakt: jule.dobrunz @t-kidz.de.