Lörrach Schwarz auf heiß

Bo Summer, Sänger der Band „Illdisposed“ Foto: Sara Berg Foto: Die Oberbadische

Von Sara Berg

Lörrach. Grundfarbe Schwarz hieß es am Samstag für 900 Freunde des harten Sounds im Grüttpark: Südbadens größtes Metal-Open Air „Baden in Blut“ trotzte dem heißesten Wochenende des Jahres mit überraschend wenigen Hitze-Leiden.

Bereits im Vorfeld hatte der Veranstalter online auf die Gefahren der hohen Temperaturen hingewiesen und zur ausreichenden Flüssigkeitsaufnahme in Form von Wasser statt Bier geraten - nicht ohne Grund, war doch bereits beim Aufbau am Freitag einer der „Metal Maniacs“ der Hitze erlegen.

Trotz oder gerade wegen ihrer zumeist schwarzen Kluft zeigen sich die Festival-Besucher am Samstag jedoch überraschend einsichtig: Neben reichlich Bier wird so viel Wasser bestellt, dass die Veranstalter zwischenzeitlich sogar welches nachkaufen müssen. Immer wieder suchen die Besucher zudem Abkühlung im Schatten außerhalb des Weidenpalasts. Diese Vernunft zeigt Wirkung: Bis zum Sonnenuntergang vermeldet das Rote Kreuz lediglich drei Patienten mit Hitze-Leiden.

Derart gestärkt steht dann auch dem ungestörten Festival-Genuss nichts im Wege: Auch in diesem Jahr haben die „Metal Maniacs“ für ein ausgewogenes Line-Up gesorgt, das die Herzen der Menge höherschlagen lässt.

Während die Sonne langsam hinter den Baumkronen verschwindet, kühlt die Stimmung im Weidenpalast jedoch noch längst nicht ab. Dänisches Dynamit, die Band „Illdisposed“, zündet zum ultimativen Knall, bringt die Atmosphäre mit ihrem düsteren Death Metal zum Kochen. Der Mosh Pit wird zum brodelnden Hexenkessel, viel heißer noch als die Umgebungstemperatur.

Als Kristoffer Olivius, Frontmann der schwedischen Band „Naglfar“, wenig später den Namen des Festivals passend umdichtet - „Baden in Schweiß“ - erntet er Gelächter. Denn wer sich aus einer Lebenseinstellung heraus oder aus Liebe zur Musik schwarz kleidet, der weiß auch mit hohen Temperaturen umzugehen - ob im gleißenden Scheinwerferlicht oder in der brütenden Hitze der Sonne.

„Vader“ leiten schließlich das Ende des Festivals ein. Der „polnische Panzer“ wird frenetisch empfangen und bringt den Weidenpalast ein letztes Mal zum Erbeben. Viele Metal-Freunde genießen anschließend noch einige Zeit im Gespräch auf dem Festival-Gelände im Grüttpark, versuchen, die letzten Eindrücke einzufangen.

Der einsetzende Regen spült sie schließlich nach und nach fort.

Der Countdown läuft! Jetzt bis zum Jahresende gratis lesen. Schnell HIER anfordern.

Umfrage

Alexej Nawalny

Der Fall Nawalny bringt die Bundesregierung in Zugzwang, sollte Moskau bei der Aufklärung weiterhin mauern. Ist eine Neuausrichtung der deutschen Russland-Politik jetzt unvermeidbar?

Ergebnis anzeigen
loading