Lörrach Sensibler Kammerswing mit Ausflügen

In der Regio bekannt wie ein bunter Hund: der Schopfheimr Musiker Hary de Ville Foto: zVg Foto: Die Oberbadische

Lörrach. Geradezu ein Urgestein und bestens bekannt in der Regio ist der Musiker Hary de Ville aus Schopfheim. Er gastiert mit dem Programm „Tribute to Nat King Cole“ am heutigen Donnerstag um 20 Uhr im Burghof-Foyer.

Entspannt und swingend soll’s heute Abend im Burghof-Foyer werden. Freuen Sie sich auf die Location, oder sind eher gemütliche Kneipen und atmosphärische Clubs Ihr Ding?

Klar freuen wir uns. Es ist immer super, im Burghof zu spielen. Alles ist perfekt organisiert, die Tontechniker sind sehr gut, schönes Licht auf der Bühne. Ein Flügel für den Pianisten, das sind ideale Bedingungen. Wir haben ja auch beim letzten Burghofkonzert sehr schöne Ton- und Videoaufnahmen gemacht, von denen einige auf Youtube stehen. Für das Trio wäre die Kneipenatmosphäre gar nichts. Die Musik ist viel zu sensibel. Es muss leise und konzertant sein, und wir brauchen ein gutes Klavier, was selten zur Verfügung steht. Deshalb spielen wir in dieser Besetzung nie in Kneipen sondern nur in Konzertsälen.

Was erwartet die Zuhörer? Lassen Sie sich von der Stimmung des jeweiligen Abends zu Programmänderungen inspirieren?

Ich brauche immer sehr lange, um Programme zusammenzustellen. Das ist viel wichtiger als man denkt, und dieselben Stücke in einer anderen Reihenfolge wirken komplett anders. Die Reaktion auf das Publikum findet eher durch die Art der Interpretation statt als durch die Programmauswahl. Manchmal herrscht eine sehr ruhige fast feierliche Stimmung, manchmal ist sie lockerer, das beeinflusst natürlich die Improvisationen.

Ein paar warme Worte über Ihre musikalischen Begleiter und deren Qualitäten.

Die beiden sind momentan meine absoluten Lieblingspartner. Martin Schrack ist ein Kreativitätsmonster, das in allen Stilen daheim ist. Er schreibt Tag und Nacht Arrangements und komponiert für bekannte Big Bands und andere. Deshalb geht er ganz anders mit dem Klavier um als andere Pianisten. Er spielt keine Komposition zweimal hintereinander gleich, das ist faszinierend.

Joel Locher ist erst Anfang 30 aber der beste Bassist, den ich kennen gelernt habe, hochvirtuos und trotzdem ein sensibler Begleiter. Das findet man selten. Wir alle haben ein Klassikstudium hinter uns, was wohl ähnliche Schwerpunkte in der Musik bewirkt.

Wie fassen Sie Ihren Musikstil in Worte?

Wir spielen zwar sehr traditionelle, gefällige Stücke aber wie gesagt: Es ist jedes Mal anders, weil alle extrem gut aufeinander reagieren. Dadurch wirken selbst die bekanntesten Nummern nie abgedroschen – im Gegenteil. Es ist sehr sensibler Kammerswing mit Ausflügen in Bossa und Blues, aber immer sehr lebendig, weil keine vorgefertigten Arrangements abgespult werden.

Nach so vielen Jahren auf der Bühne: Haben Sie noch genau so viel Spaß wie früher?

Nein noch mehr! Ich bin weit entspannter als früher, und der Leistungsdruck hat für mich etwas abgenommen. Ich kann die Konzerte dadurch mehr genießen. Außerdem spiele ich wegen der Kinder gerade seltener, da freut man sich mehr darauf. Wenn man viel spielt kann die Routine lähmend werden – ich hab das früher schon erlebt. Das ist heute komplett anders.

  Die Fragen stellte Gabriele Hauger

  „Tribute to Nat King Cole“, heute, 20 Uhr, Burghof-Foyer, Lörrach; weiteres Konzert: 10. März: „Hammond Night“ feat. Arno Haas (Sax) mit Reinhold Hettich und Jörg Bach, ebenfalls Burghof

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