Lörrach Sicherer Hort für das Gedächtnis der Region

 Foto: Kristoff Meller

Lörrach - Der lang ersehnte Neubau des Depots für das Dreiländermuseum wird konkret. Im nächsten Haushalt der Stadt Lörrach sollen dafür 5,9 Millionen Euro bereitgestellt werden.

Bevor der Gemeinderat in gut zwei Wochen endgültige Beschlüsse zu den Kosten fasst, behandelt der Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT) am Donnerstag das Thema. Grundsätzlich wurde der Depot-Neubau bereits im September vergangenen Jahres vom Gemeinderat genehmigt. Mit EU-Mitteln sollen die Kosten für die Stadt minimiert werden. Ein entsprechender Interreg-Antrag wurde im Januar dieses Jahres eingereicht. Dieser musste die grenzüberschreitende Bedeutung des Museumsdepots nachweisen, damit das Projekt EU-förderfähig ist. Insgesamt konnten 20 Partner in Deutschland, Frankreich und der Schweiz gewonnen werden, die mit Objekten aus dem Depot des Dreiländermuseums in den Jahren 2020 bis 2023 Projekte durchführen wollen.

Dies führte dazu, dass im März „die grundsätzliche Zustimmung für das oberrheinweite Projekt zum Lörracher Museumsdepot“ erfolgte, wie es in der AUT-Sitzungsvorlage heißt. Mit anderen Worten: Die Stadt Lörrach kann für den Neubau mit EU-Mitteln rechnen.

Der Neubau soll auf einem städtischen Grundstück im geplanten Gewerbegebiet Brombach-Ost gebaut werden. Der dortige Bebauungsplan sieht vor, dass das Museumsdepot auch als Lärm-Riegel zwischen Gewerbegebiet und dem Wohngebiet Gustav-Winkler-Siedlung fungieren soll. Um diese Funktion erfüllen zu können, muss es mindestens sieben Meter hoch und damit zweigeschossig werden. Das Gebäude wird auf einen 2300 Quadratmeter großen Grundstück gebaut. Eine Erweiterungsmöglichkeit wird bereits vorgesehen.

Dies hat folgenden Hintergrund: Bei dem bereits genehmigten Raumprogramm waren die Verkehrs- und Nebennutzflächen zu gering angesetzt worden. Um das Raumprogramm dennoch einzuhalten, wurde in Abstimmung mit der Museumsleitung die Hauptnutzfläche um etwa 200 Quadratmeter verringert. Damit wäre eine spätere Depoterweiterung möglich.

Um Kosten zu sparen, wird auf die strengen klimatischen DIN-Anforderungen für Archive verzichtet. Die klimatischen Anforderungen wurden vielmehr individuell auf die Notwendigkeiten der dort lagernden Objekte des Dreiländermuseums angepasst.

Geplant ist laut Vorlage „ein schlichter zweistöckiger Kubus. In dessen Kern befinden sich die Lagerhallen des Depots, die sich über zwei Stockwerke erstrecken und durch 20 Zentimeter dicke Betonwände umfasst werden. Dieser innere Kubus des Depots wird durch Nebenräume und Büroflächen eingerahmt, deren Außenwände ebenfalls aus 20 Zentimeter Beton bestehen, die mit einem Wärmedämmverbundsystem verkleidet werden.

Die Kostenberechnung geht von einem 20-prozentigen Unsicherheitsfaktor aus, sodass die mögliche Kostenobergrenze nicht bei 5,9, sondern bei 6,5 Millionen Euro liegen könnte.

Der Zeitplan sieht folgendermaßen aus: Anfang August soll der finale Interreg-Zuschussantrag eingereicht werden, über den im Dezember dieses Jahres entschieden werden soll. Mit dem Bau soll im September 2020 begonnen werden.

Mit der Inbetriebnahme des Depots wird zwischen November 2021 und April 2022 gerechnet. Damit wären die Zeiten der Provisorien im alten Suchardgebäude und jetzt im ehemaligen Gaba-Areal endgültig vorbei.

Museumsleiter Markus Moehring freut sich, „dass die Vorlage für den Neubau jetzt auf dem Tisch liegt. Er betonte: „Das Depot ist die Grundlage von Museumsarbeit, das Herz des Museum. Ohne Depotfunktioniert ein modernes Museum nicht. Außerdem geht es um die Erhaltung von Kulturgut. Derzeit haben wir laufend Schäden an Objekten, und ich freue mich darauf, dass wertvolle Objekte im Neubau gut gelagert werden können und erhalten bleiben.“

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