Von Dorothea Gebauer

Lörrach. Kühne Visionen, doch Geldknappheit. Wie damit umgehen, wenn man konkrete und dringende Bauprojekte angehen möchte? Diese Fragen waren Thema der Kirchengemeinderatssitzung am Dienstag. Denn auf der Tagesordnung standen unter anderem die Sanierung der Stadtkirche sowie ein Neubauprojekt der Christuskirche.

Im Zentrum der Diskussion stand die Frage des weiteren Vorgehens. Das zuständige Referat in Karlsruhe hat zu einem Gesamtkonzept noch kein grünes Licht gegeben, sondern hat die Hausaufgabe erteilt, zu klären, wieviel Geld in den nächsten Jahren erbracht werden muss, damit keine Hypotheken anfallen. „Wir müssen uns einem Stresstest unterziehen, damit wir das Ganze schultern können“, sagte der Vorsitzende Jörg Thalmann.

Während die Stadtkirche kurz vor der Beauftragung eines Architektenteams steht und Pfarrerin Gudrun Mauvais das Hinzuziehen eines sechsköpfigen Architektenteams verteidigt, sieht der Plan der Christuskirche ein Areal neben der Kirche vor, das die Trennung von Geistlichem, Diakonie und Verwaltung ermöglicht. „Die Baukosten des geplanten Kirchencampus sind hoch“, erklärte der Kirchenälteste Klaus Hannemann. Er sprach von einer Finanzierung, die sich über zehn Jahre erstrecken könnte.

Überlegt werde, ob man ein Generalunternehmen integriert, über eine Stiftung Gelder generiert oder gar die Diakonie als Bauherr gewinnt. Ein Vorbild für eine kluge Finanzierung ist der Neubau der Stadtmission. Der aktuelle Projektstand wird der Gemeinde an der Christuskirche kommenden Sonntag in einer Versammlung um 12 Uhr vorgestellt.

„Wenn die Stadtkirche nicht renoviert wird, müssen wir schließen,“ betonte Gudrun Mauvais. Man sollte den Mut haben, auf die Stadt mehr Druck auszuüben, sagte die Pfarrerin. Schließlich wolle man die Basler Straße schöner machen, ergänzte Bernd Rosin von der Matthäusgemeinde. Die nächste Kirchengemeinderatssitzung im November soll mit Zuständigen aus dem Oberkirchenrat bestritten werden, um das Thema voranzutreiben.

Ehrenamt und zwei Einbrüche in Kirchengebäude

Miriam Tepel, Gemeindediakonin an der Stadtkirche, mahnte, im Zuge der Vereinbarung zum Schutzauftrag der Jugendhilfe geforderte Selbstverpflichtungen anzugehen. Trotz hohem Verwaltungsaufwand, den das Landratsamt den Kirchen auferlegt, ist man vom Wert der Maßnahme überzeugt. Schließlich gehe es um Kinder und Jugendliche: „Wir wollen, dass bei uns Menschen arbeiten, denen wir vertrauen,“ so der Tenor.

Über eine Serie von Einbrüchen haben die Kirchen aktuell zu klagen. So hat die Johanneskirche wegen eines Einbruchs einen Schaden von 12 000 Euro zu verzeichnen. In der Christuskirche haben sich Einbrecher ins Pfarrhaus geschlichen.

Dass Diakonie und Diakonieausschuss häufig nicht zusammenarbeiten, war ein weiteres Reizthema. So wurde beschlossen, dass Susanne Bömers (Johannesgemeinde) den Vorsitz übernimmt und im Februar über ihre Führungsarbeit berichtet.

Doch auch ohne schicke Gebäude lässt sich kirchliches Leben gestalten. Das spirituelle Angebot für Lörrach ist riesig. Herausragend dabei ist ein Projekt der „Gottesdienst AG“ für die Weihnachtszeit, das sämtliche Angebote aller Kirchen in einem Flyer zusammenfasst und allen Haushalten zukommen lässt. Das Angebot differenziert nach Zielgruppen und soll besonders Leute interessieren, die ansonsten den Weg in die Kirche nicht finden. Die Idee, nächstes Jahr im Grütt gemeinsam einen Taufgottesdienst zu veranstalten, stieß auf Wohlwollen.