Der 21-jährige Simon Linke aus Lörrach ist seit Oktober 2017 in Costa Rica als Entwicklungshelfer für das Programm „weltwärts“ im Einsatz. In loser Folge berichtet er für das Spunk-Magazin von seinen Erlebnissen und Erfahrungen. Seine neue Heimat für zwölf Monate ist Guanacaste, eine trockene und von der Landwirtschaft geprägte Region Costa Ricas.

In den vergangenen fünf Monaten in Costa Rica habe ich Spanisch als neue Sprache mit viel Begeisterung gelernt. Nun beginne ich mit der lokalen Bevölkerung Schulungen und Informationsabende zu veranstalten.

Ein sehr wichtiges Thema ist die Umweltbildung der Bevölkerung. Ein Aspekt ist hier insbesondere die Müllproblematik. Von Recycling oder einem Komposthaufen haben die Menschen noch nie etwas zu Ohren bekommen. Das Erstaunen ist groß bei Themen, die in Deutschland oft Normalität sind.

Daran setzte ich nun meine ganze Energie, da es einfach zu erlernen ist. Ich möchte es nachhaltig machen, die Menschen müssen die Motivation dazu finden. Hierzu veranstalte ich Informationsabende und unterstütze sie gerne durch mein Fachwissen.

Die öffentliche Müllabfuhr existiert hier im ländlichen Gebiet nicht. Auf Nachfrage in der dafür verantwortlichen Abteilung der Stadtverwaltung wurde mir freundlich mitgeteilt das eine öffentliche und regelmäßige Müllabfuhr nicht im Interesse der Stadtverwaltung liege. Das ist unverständlich, wenn es zahlreiche illegale Müllhalden entlang der Straße gibt. Doch die „Ticos“, wie die Einwohner Costa Ricas genannt werden, zeigen wenig Eigeninitative und so waren es sechs „weltwärts“-Freiwillige und ein „Tico“, die mehrere Stunden mit den illegalen Müllhalden kämpften, und schließlich auf einen Lastwagen aufluden. Die Bevölkerung war sehr inspiriert und bedankte sich herzlich, doch bereits 14 Tage später war der Straßengraben wieder durch Müll verunreinigt. Ein sehr trauriges aber nicht unübliches Verhalten der lokalen Bevölkerung.

Jetzt in der Trockenzeit ist die Gefahr von Waldbränden sehr groß, bereits ein Funke, das unachtsame Wegwerfen einer glühenden Zigarette oder eine spiegelnde Flasche in der Natur führen zu verherenden Feuern. Auf der trockenen Straße wird viel feiner Staub aufgewirbelt, es ist daher üblich die Straße mit Altöl oder Emulsionen zu besprühen, welchen Schaden die Menschen in der Natur anrichten wissen viele nicht, aber es kümmert auch kaum jemanden, da die Gier nach Geld und Macht hier größer ist als der Gedanke an den Umweltschutz.