Lörrach Training unter freiem Himmel

Sie ziehen an einem Strang: Simone Kothe-Bähr und ihr Stellvertreter Maik Strey Foto: zVg

Lörrach - Die zwischenzeitlich abgerissene Fridolinhalle und die Corona-Pandemie haben die Führungsriege der Turnabteilung des TuS Lörrach-Stetten in den vergangenen beiden Jahren besonders beschäftigt. Das wurde im Jahresbericht von Abteilungsleiterin Simone Kothe-Bähr deutlich. Die Jahreshauptversammlung der mehr als 700 Mitglieder umfassenden Abteilung ging diesmal online über die Bühne, nachdem sie 2020 coronabedingt nicht stattfand.

Im Jahr 2019 lief der Trainingsbetrieb der 19 Gruppen noch in gewohnten Bahnen. Ob es nun die Kleinsten beim Eltern-Kind-Turnen waren oder die Ältesten bei der Seniorengymnastik – die Gruppen waren alle gut besucht und die Übungsleiter mussten teilweise sogar mit einer Nachrückerliste arbeiten. Eine stimmungsvolle Nikolausfeier zum Thema Natur rundete ein arbeitsreiches, aber sehr sportliches Jahr ab.

Die Fridolinhalle indes sorgte bereits für Kopfzerbrechen. Denn nach den Sommerferien waren viele Geräte nicht nutzbar. Zumindest wurden sie nach einer Sportgeräteprüfung für mangelhaft erklärt. Dies führte auch dazu, dass die Vereinsmeisterschaft, die nach langjähriger Pause wieder stattfinden sollte, verschoben werden musste.

Das Jahr 2020

Doch das Coronavirus bremste 2020 viele Vorhaben gänzlich aus: Der Sportbetrieb kam zum Erliegen. „Immerhin haben wir es geschafft, im Mai das Training für Erwachsene unter freiem Himmel wiederzubeleben“, blickte Kothe-Bähr zurück. Die Kindergruppen sollten nach den Pfingstferien wieder loslegen. „Unser Plan stand, doch dann wurde die Fridolinhalle gesperrt. Für uns war das sehr ärgerlich. Wir hatten alle Mitglieder informiert, und dann mussten alle enttäuscht wieder nach Hause gehen.“

Wenigstens in der Neumatthalle war ein Training unter Hygienebedingungen möglich. „Bis zu den Sommerferien waren wir damit beschäftigt, eine Lösung für die Stunden in der Fridolinhalle zu finden“, blickte Kothe-Bähr auf viele Gespräche zurück. Unterstützung erfuhr der TuS durch die IGTS sowie den Fachbereich Jugend, Schulen und Sport der Stadt.

„Weil uns auch der CVJM Lörrach entgegenkam, konnten wir nach den Sommerferien starten. Fast alle Trainingsgruppen haben wir in der Neumatthalle untergebracht“, so Kothe-Bähr.

Hygienekonzept

„Für uns stand und steht die Sicherheit aller Beteiligten immer an erster Stelle. Unser Hygienekonzept wurde 1:1 umgesetzt, und so konnten wir unsere Gruppen zurück ins Leben holen“, meinte Kothe-Bähr. Jedoch: „Bis zu den Herbstferien hat alles super geklappt. Dann kam der Lockdown.“

Vereinsleben

„Das Vereinsleben liegt mehr oder weniger brach“, machte Kothe-Bähr deutlich. Die Vorstandssitzungen wurden zwar weiter durchgeführt, aber eingeschränkt. Nicht ausgesetzt wurden die Altpapier-Bringsammlungen an jedem ersten Samstag im Monat. „Sie laufen richtig gut. Wir freuen uns darüber.“

Kassenbericht

Wie wichtig die Altpapiersammlung in finanzieller Hinsicht für die Abteilung ist, verdeutlichte Kassiererin Doris Altstädt. Sie machen die Haupteinnahmequelle neben dem einen oder anderen Zuschuss aus. In den vergangenen Jahren seien aufgrund der Corona-Pandemie nur kleinere Anschaffungen getätigt worden.

Aufwand im Ehrenamt

„Ich muss ehrlich sagen: Ich habe das vergangene Jahr durchaus auch als Auszeit genutzt. Manchmal ist der zeitliche Aufwand für eine ehrenamtliche Tätigkeit einfach zu groß. Allerdings gab es auch Wochen, die mir sehr viel abverlangt haben“, sagte die Abteilungsleiterin. Und weiter: „Alle anderen Themen, die uns sonst so beschäftigen, kennen wir und kommen immer wieder.“

Ausblick

Wann und wie geht es weiter? Diese Fragen stellen sich die Verantwortlichen derzeit fast täglich. Große Sorgen macht man sich bei den Turnern darüber, ob Corona für eine Sportverdrossenheit gesorgt hat, oder viele Kinder dann schlicht zu alt sind, um in ihre Gruppe zurückzukehren. „Es wird wohl wieder einen Umbruch geben. Hoffen wir mal, dass wir alle schnell wieder Sport treiben dürfen“, so Kothe-Bähr.

Sie selbst startet mit ihren Kindern ein Pilotprojekt im Freien: „Wir wollen testen, ob und wie ein Training unter freiem Himmel möglich ist. Unser Ziel ist es, dass wir mit allen Gruppen bis 13 Jahren nach den Pfingstferien starten können.“ Für das Eltern-Kind-Turnen und die Erwachsenengruppen gebe es derzeit hingegen noch keine konkrete Perspektive.

Neuwahlen

Die virtuell anwesenden Mitglieder votierten jeweils einstimmig für die zur Wahl stehenden Personen. Abteilungsleiterin bleibt Simone Kothe-Bähr, ihr Stellvertreter ist Maik Strey, Doris Altstädt bleibt Kassiererin, Barbara Noske-Kothe übernimmt weiterhin das Amt der Fachbereichsleiterin Allgemeinturnen, Fachbereichsleiter Leistungsturnen ist Wolfgang Altstädt, um die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kümmert sich Mirko Bähr, als Beisitzer bestätigt wurden Janine Pietsch, Georg Ratschkowski sowie Dennis Kischnick. Jugendvertreterin bleibt Patricia Stromsky.

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