Lörrach Triumphzug für Orchester und Solisten

Stephan Malluschke (r.) begleitete einfühlsam den Solisten Gregor Hänssler. Foto: Gottfried Driesch Foto: Die Oberbadische

Von Gottfried Driesch

Lörrach. Mit einem außerordentlich publikumswirksamen Programm gestaltete das Oberrheinische Sinfonieorchester Lörrach am Sonntag sein Weihnachtskonzert. Der Andrang der Zuhörer war gewaltig. Bis auf den letzten Platz war der Burghof besetzt. Eine ganze Reihe von weiteren Konzertinteressenten, die an der Abendkasse noch Karten erstehen wollten, mussten unverrichteter Dinge wieder nach Hause gehen.

Mit Felix Mendelssohn Bartholdys Hebriden-Ouvertüre, op.26, Peter Tschaikowskys Violinkonzert D-Dur, op. 35 und Ludwig van Beethoven Sinfonie Nr. 6 F-Dur, op. 68, (Pastorale) hatte Dirigent Stephan Malluschke ausnahmslos bekannte Werke der Musikliteratur ausgewählt. Das ist mutig, denn nicht wenige der Zuhörer werden Aufnahmen der Werke von sehr renommierten Orchestern mit berühmten Dirigenten und Solisten in ihrem CD-Schrank stehen haben. Ein direkter Vergleich des Zuhörers war also möglich.

Das Oberrheinische Sinfonieorchester kann sich aber gelassen diesem Vergleich stellen, denn die im Konzert gezeigte Leistung war überzeugend.

Eingestimmt wurden die Zuhörer mit der Hebriden-Ouvertüre, op.26, von Felix Mendelssohn Bartholdy. Inspiriert von der Natur, von Wind und Wasser, bewegt sich die Musik in weichen Wellen. Ein klangschön gespieltes Klarinettensolo hüllt das Publikum förmlich ein.

Das Violinkonzert D-Dur, op. 35 von Peter Tschaikowsky erlebte eine höchst wechselvolle Geschichte. Der für die Uraufführung 1879 vorgesehene Violinist Leopold Auer, dem Tschaikowsky das Violinkonzert gewidmet hat, erklärte das Konzert für unspielbar und lehnte die Uraufführung ab. Dadurch verzögerte sich die Uraufführung um zwei Jahre. Später änderte Auer seine Meinung und wurde ein bedeutender Befürworter und Interpret des Stücks.

Die Schwierigkeiten des Soloparts werden durch diese Anekdote bereits deutlich. Am Sonntag stellte sich der 18-jährige Gregor Hänssler aus Schopfheim dieser Herausforderung – und er bestand sie mit Bravour. Seine Violine wartet mit einem weichen und sehr angenehmen Ton auf. Technisch glänzte Hänssler mit erstaunlicher Reife. Im langsamen Mittelsatz „Canzonetta. Andante“ nahm Malluschke die Tempi teilweise deutlich zurück, wodurch sich markante Kontraste zu den lebhafteren Passagen ergaben – dies bleibt eine interpretatorische Geschmacksfrage. Insgesamt aber feierten Solist und Orchester bei diesem Werk einen großen Triumph.

Die Sinfonie Nr. 6 F-Dur, op. 68, „Pastorale“ von Ludwig van Beethoven bildete den schwelgerischen Abschluss. Die Musik Beethovens klingt in dieser Sinfonie sehr verbindlich. Der Komponist beschreibt in den fünf Sätzen die Natur zwischen Szenen am Bach über Gewitter und Sturm bis zu frohen und dankbaren Gefühlen nach dem Sturm. Hier glänzte das Orchester mit schönen solistischen Passagen der verschiedenen Holzbläser sowie der Hörner.

Der Reinerlös des Konzerts des Oberrheinischen Sinfonieorchesters kommt der Weihnachtsaktion „Leser helfen Not leidenden Menschen“ unserer Zeitung zu Gute. Ferner markierte das Konzert die 60. Wiederkehr der Orchestergründung, das 1954 als „Orchester Oberrheinische Musikfreunde Lörrach“ aus der Taufe gehoben wurde.

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