Lörrach Umdenken gefordert

Am Bahnhof Stetten wurde das zweite Gleis vor Jahren entfernt. Foto: Kristoff Meller Foto: Die Oberbadische

Lörrach - Die IG Verkehr bezieht sich in einer Pressemitteilung auf die Artikel „SPD gegen Einschränkungen“ und „Wegen Überfüllung geschlossen“ unserer Zeitung: „Das Zentralklinikum soll offensichtlich auf unbestimmte Zeit hauptsächlich mit den Autos angefahren werden, deutlich erkennbar an den über 1000 eingeplanten Stellplätzen. Der Bau einer S-Bahn-Haltestelle ist ein komplexes Projekt, das den Bau von Zweitgleisen an mehreren Stellen entlang der Bahnstrecke erforderlich macht. Es ist daher zu bezweifeln, dass die Haltestelle gleichzeitig mit der Eröffnung des Zentralklinikums in Betrieb genommen werden kann“, so die Sprecherin der IG Verkehr, Natali Fessmann.

„Als weitere Anbindung werden ernsthaft nur Fahrräder genannt. Die Tram, die in Weil am Rhein und seit Herbst in Kehl sehr erfolgreich ist, wird von den meisten Lokalpolitikern in Lörrach weiterhin nicht ernsthaft in Betracht gezogen, obwohl sie die S-Bahn und die Straßen entlasten und eine zusätzliche Anbindung des Zentralklinikums auf staufreier, unabhängiger Trasse sichern würde.“ Die einzelnen Gemeinde- und Kreisräte lehnten die Tram trotzdem ab oder redeten sie schlecht, was sie fachlich nicht mal begründen könnten.

Auch das Interesse, sich über die Vorteile und Bedeutung einer Tram für Lörrach und die Regio zu informieren, sei gering. Anders sehe es in der grenznahen Schweiz aus. „Auch wenn die Riehener über die S-Bahn und die Tram verfügen, sehen sie es für die grenzüberschreitende Regio als notwendig an, die Verlängerung der Tramtrasse in Lörrach noch vor dem Ausbau der S-Bahn einzustufen. Trotz endloser Diskussionen stellt sich Lörrach weiterhin taub und blind für die Verkehrsrealität vor Ort und führt damit die Stadt in die Sackgasse“, kritisiert die IG Verkehr.

Sie fordert darum „eine grundsätzliche Erneuerung und ein Umdenken im Gemeinderat und den Behörden in Bezug auf die Lösung des Verkehrsproblems, verbunden mit der Verpflichtung der Entscheidungsträger und Zuständigen, sich über die Vorteile und Bedeutung der Tramtrasse für Stadt und Regio umfassend zu informieren, die im Mai 2018 beschlossene Machbarkeitsstudie zur Tramtrasse endlich zu vergeben sowie unabhängige Verkehrsexperten einzubinden.“

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