Lörrach Unterkunft für Flüchtlinge in Brombach

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Die für Brombach geplanten Container sind identisch mit den Containern, die in Steinen zum Einsatz kommen. Foto: Max Müller

Derzeit kommen etwas weniger Flüchtlinge aus der Ukraine in den Landkreis und die Lerchenstadt. Oberbürgermeister Jörg Lutz sagte am Donnerstagabend im Gemeinderat, es sei „etwas ruhiger geworden.“ Gleichwohl bleibe die Perspektive unklar. Florian Kröncke, Fachbereichsleiter „Aufnahme und Integration“ beim Landratsamt, erläuterte in der Sitzung Planungen für eine neue Gemeinschaftsunterkunft in Brombach.

Lörrach (bk). Waren Anfang April noch 737 Plätze in den Unterbringungsmöglichkeiten des Landkreises belegt, so sank die Zahl bis 6. Mai auf 679 – bei gleichzeitiger Kapazitätserweiterung auf 1031 Plätze, informiert die Stadtverwaltung.

Die Menschen

Von 335 Menschen aus der Ukraine in der Stadt Lörrach sind 40 Prozent Kinder und Jugendliche, unter den Erwachsenen befinden sich wesentlich mehr Frauen als Männer. In privaten Wohnraum vermittelt wurden 88 Personen, darüber hinaus weitere 14 über das Welcome Center der Stadt.

Die Betreuung

In den Hort-Räumen der Kaltenbach-Stiftung wurde eine „Familiengruppe“ eingerichtet. Dort sind neben zwei ehrenamtlich Engagierten unter anderem auch zwei ukrainische Betreuungskräfte im Einsatz.

Das Staatliche Schulamt hat an der Hebelschule eine „Willkommensklasse“ eingerichtet. Sie wird von einer aus der Ukraine geflüchteten Lehrkraft betreut.

Aktuell ist vom Schulamt keine „Willkommensklasse“ an weiterführenden Schulen geplant. „Einzelintegration“ von Schülern werde bereits in Regelklassen praktiziert. Genutzt werden auch Online-Angebote aus der Ukraine. Die beruflichen Schulen haben ebenfalls Schüler aus der Ukraine aufgenommen.

Die Gemeinschaftsunterkunft

Nach Kandern und Steinen wird nun auch in Lörrach die Errichtung einer neuen Gemeinschaftsunterkunft (GU) geplant. Derzeit laufen die Vorbereitungen von Stadt und Landkreis, um die Unterkunft ab Herbst belegen zu können.

Die Bauweise

Die zweistöckige GU wird in Containerbauweise errichtet und Platz für bis zu 180 Menschen aus der Ukraine und anderen Ländern bieten. Sie soll auf einer Teilfläche des Anwesens Karl-Wenk-Straße 5 (Sportplatzgelände) gebaut werden. Die Container seien prinzipiell auch für die Anschlussunterbringung geeignet, sagte Kröncke.

Die Belegung

Die Belegung der Unterkunft ist für drei Jahre geplant. Jede Wohneinheit ist mit WC und Bad ausgestattet, Koch- und Küchen- sowie Waschmaschineneinheiten sind separat untergebracht. Darüber hinaus sind Spiel- und Fahrradabstellmöglichkeiten ebenso geplant wie eine Umzäunung des Grundstücks, skizziert das Landratsamt das Konzept in einer Mitteilung.

Wie in jeder Gemeinschaftsunterkunft des Landkreises wird sich direkt vor Ort die Sozialbetreuung um die Menschen kümmern. Es wird eine Heimleitung und ein Hausmeister sowie ein Sicherheitsdienst für die Unterkunft gestellt.

Die Aufwendungen für das gesamte Personal trägt der Landkreis, die wiederum durch das Land erstattet werden, heißt es.

Die Bürgerinformation

Um die Anwohner über das Bauprojekt zu informieren, plant die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis im Vorfeld eine Bürgerinformation. Über den Termin wird rechtzeitig informiert.

Die Prognose

Die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden steigt seit einiger Zeit wieder an. Das liegt zu einem wichtigen Teil am Angriffskrieg auf die Ukraine, aber auch an einer seit November vergangenen Jahres wieder steigenden Zahl von Zuweisungen aus anderen Ländern, erläutert das Landratsamt. So rechnet der Landkreis derzeit mit einer Zuweisung von bis zu 200 Menschen im Monat.

Derzeit gibt es im Landkreis Lörrach in Rheinfelden, Efringen-Kirchen, Schopfheim und Kandern reguläre Gemeinschaftsunterkünfte, die Unterkunft in Steinen mit rund 70 Plätzen befindet sich im Aufbau.

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