Lörrach Unterkunft für Flüchtlinge in Stetten-Süd geplant

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Auf dieser Fläche in Grenznähe soll voraussichtlich die neue Anschlussunterbringung errichtet werden. Foto: Bernhard Konrad

Humanitäre Hilfe: Platz für knapp 200 Menschen / Allgemeine Wohnraumoffensive wird unvermindert fortgeführt

Nach aktuellem Stand muss die Stadt im Jahr 2023 knapp 370 Personen in die Anschlussunterbringung aufnehmen. Die Verwaltung hat deshalb eine Strategie entwickelt, um weitere Flüchtlinge in Lörrach mit Wohnraum zu versorgen. Zentraler Bestandteil ist die Errichtung einer neuen Anschlussunterbringung an der Konrad-Adenauer-Straße (wir berichteten). Indes denkt die Kommune bereits darüber hinaus.

Lörrach (ov/bk). Die Vorentwurfsplanung sieht auf dem Gelände eine Modulbauweise vor – wie am Standort Bächlinweg oder Neumatt-Brunnwasser.

Die Gebäude

Konkret heißt das: drei Gebäude im Dreigeschossbau mit einer Kapazität für bis zu 144 Menschen. Ein vierter Bau kann voraussichtlich in einem zweiten Bauabschnitt in Festbauweise errichtet werden. Hier könnten bis zu 48 Menschen untergebracht werden. Der Neubau wäre wahrscheinlich Anfang 2024 bezugsfertig.

Die Bürgerinformation

Über den aktuellen Stand der Dinge werde die Stadt regelmäßig informieren, so Oberbürgermeister Jörg Lutz und Bürgermeisterin Monika Neuhöfer-Avdic während der gestrigen Medienkonferenz: unter anderem in einer Veranstaltung für Bürger im Frühjahr 2023. Darüber hinaus ist ein Tag der offenen Tür kurz vor der Eröffnung der Unterkunft vorgesehen.

Aufgrund der guten Erfahrungen in den anderen Anschlussunterbringungen will die Stadt auch am neuen Standort einen Anwohnerbeirat etablieren. Diese hätten sich in den Anschlussunterbringungen Bächlinweg und Neumatt-Brunnwasser bewährt, so Lutz: „Viele Vorbehalte konnten dadurch entkräftet werden.“

Das ehemalige Polizeirevier

Daneben ist unter anderem eine Zwischennutzung des leer stehenden ehemaligen Polizeireviers im Grundsatz denkbar. Rund 100 Personen könnten im Gebäudekomplex wohnen.

Die Kaltenbach-Stiftung

Im Hinblick auf Angebote für Kinder und Jugendliche der angedachten Anschlussunterbringung in Stetten-Süd haben die Fachbereichsleiterinnen Geraldine Dannecker (Bürgerservice und öffentliche Sicherheit) sowie Ilona Oswald (Bildung/Soziales/Sport) ein erstes Gespräch mit Iris Teulière, Geschäftsführerin der Kaltenbach-Stiftung, geführt. Die grundsätzliche Bereitschaft, sich einzubringen, wurde von Seiten der Stiftung signalisiert, so die Stadt. Die Ausgestaltung der Angebote und deren Finanzierung werden 2023 entwickelt und festgelegt.

Die Kita-Plätze

Die Zuwanderung erfordere nicht nur Wohnraum für Geflüchtete, sondern auch Kita-Plätze und Angebote in den Grund- und weiterführenden Schulen, so Lutz.

Ein erstes Angebot für Kinder bis sechs Jahren und deren Eltern ist an der Kaltenbach-Stiftung entstanden. Hier treffen sich zweimal wöchentlich Elternteile mit ihren Kindern unter Begleitung von deutschem und ukrainischem Pädagogik- Fachpersonal zu Spiel und Erfahrungsaustausch. Zudem ist eine Kraft für Sprachförderung mit einer Stunde pro Woche im Einsatz.

Daneben treibt die Stadt den weiteren Ausbau von Kita-Plätzen mit den externen Trägern voran – aktuell auch kurzfristig umsetzbare Angebote wie etwa Natur- und Waldgruppen.

Die Schulen

An den öffentlichen Lörracher Grundschulen werden derzeit rund 60 geflüchtete Kinder aus der Ukraine unterrichtet. An fünf der zehn Grundschulen gibt es Vorbereitungsklassen zum Erlernen der deutschen Sprache. An weiterführenden Schulen wurden etwa 40 Jugendliche aus der Ukraine aufgenommen. An vier von fünf Standorten wurden Vorbereitungsklassen eingerichtet. Parallel findet Einzelintegration in den Regelklassen statt, die jedoch wenig Spielraum für Förderung bieten.

Die Wohnraumoffensive

„Darüber hinaus arbeiten wir nach wie vor mit Hochdruck an der Wohnraumoffensive weiter. Wir brauchen mehr Wohnraum für die Menschen unserer Stadt“, betonte Neuhöfer-Avdic.

Der Arbeitsmarkt

Lutz forderte eindringlich einen leichteren Zugang arbeitswilliger Flüchtlinge zum deutschen Arbeitsmarkt: Je länger die Menschen nicht am Arbeitsleben teilnehmen könnten, desto schwieriger werde der Wiedereinstieg.

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