Lörrach Vereine müssen sich neu orientieren

 Foto: Guido Neidinger     

Nachdem klar ist, dass die Wohnbebauung zwischen Haagen und Hauingen im Bereich Neumatt-Brunnwasser so schnell nicht kommt, müssen die dort ansässigen Sportvereine sich neu orientieren. Dies war am Donnerstag Abend Thema im Hauptausschuss. Aber es ging noch um mehr.

Von Guido Neidinger

Lörrach. „Ich würde gerne diese Generaldiskussion beenden.“ Als Oberbürgermeister Jörg Lutz diesen Satz in der Sitzung des Hauptausschusses sagte, war es schon zu spät, denn da war die Generaldebatte zur Situation und zur Zukunft des Lörracher Sports bereits gelaufen.

Ursprünglich ging es dabei um die Haagener Vereine TC und SC Haagen, die im Bereich Neumatt-Brunnwasser ihre Sportanlagen haben. Auch der TC Hauingen und der FC Hauingen wären betroffen, wenn ursprüngliche Pläne, hier neben der seinerzeit geplanten Wohnbebauung ein Sportzentrum aufzubauen, zum Tragen kommen würden.

Doch danach sieht es nicht aus. Die Wohnungsbau-Pläne sind erst einmal für längere Zeit vom Tisch. Für den SC Haagen und den TC Haagen bedeutet das, sich auf die neue Situation einzustellen und Planungssicherheit zu bekommen – auch, um gegebenenfalls Zuschüsse vom Badischen Sportbund generieren zu können.

Die im Rathaus für den Sport zuständige Fachbereichsleiterin Ilona Oswald sagte dies zu und betonte: „Die Vereine in Haagen und Hauingen möchten dort bleiben, wo sie jetzt sind und wie sie jetzt sind. Dem ist Rechnung zu tragen.“

Der SC Haagen hat laut Oswald Probleme mit seinem Sportheim. Eine Containerlösung soll hier Abhilfe schaffen. Außerdem besteht der Wunsch nach einem Kunstrasenplatz. Dieser sei derzeit aber nicht unbedingt nötig, erklärte SC-Vorsitzender Jörg Müller. Für den Fortbestand des Vereins seien allerdings zwei Faktoren wichtig. Zum einen müsse der SC weiterhin in Haagen seine Anlagen haben. Ein Ausweichen, zum Beispiel nach Hauingen, würde dem SC Haagen die Identität rauben. Zum anderen brauche der Verein unbedingt ein Vereinsheim.

Der TC Haagen, ebenfalls in Neumatt-Brunnwasser ansässig, möchte einen zusätzlichen Tennisplatz bauen. Aufgrund der schwierigen finanziellen Lage sieht sich die Stadt jedoch nicht in der Lage, dafür einen Zuschuss zu gewähren. Verpflichtet ist die Stadt zu solchen Zuschüssen laut Oswald nicht. „Das ist eine freiwillige Leistung“, die je nach Kassenlage gewährt werden könne, aber nicht müsse.

„Wir müssen ein Signal an alle anderen Vereine aussenden, dass es zur Zeit keine Möglichkeit gibt, neue Sportanlagen durch die Stadt mitzufinanzieren“. Mit dieser Aussage eröffnete Margarete Kurfeß (Grüne) quasi Teil zwei der Debatte – die allgemeine Sportdiskussion, die wir hier nur teilweise wiedergeben.

Ulrich Lusche (CDU) sieht das völlig anders als Kurfeß. Gerade jetzt sei die Stadt aufgerufen, die Sportvereine zu unterstützen und in die Infrastruktur zu investieren, um die Folgen der Pandemie zu mindern. „Wir sollten für nachhaltige, leistungsfähige und attraktive Sportanlagen sorgen“, betonte Lusche. Zudem mahnte er Konzepte an, wie man den jeweiligen Bedürfnissen der Vereine gerecht werden könne. Wenn die Stadt dem TC Haagen die Unterstützung beim Bau eines weiteren Tennisplatzes verwehre, „dann wäre das ein Bruch mit der bisherigen Praxis“ und müsse für alle Vereine gelten.

Während Bernhard Escher (fraktionslos) es begrüßte, wenn die Stadt auf die Vereine aktiv zugehen würde, beklagte Horst Simon (SPD), dass die Haagener Sportvereine „seit vielen Jahren“ von der Stadt links liegen gelassen würden. Für den SC Haagen sei ein reguläres Vereinsheim nötig und keine dauerhafte Container-Lösung.

Oberbürgermeister Jörg Lutz betonte, dass im Bereich Neumatt-Brunnwasser nur Infrastruktur für die Vereine geschaffen werden könne, die zukunftsfähig sei, wenn hier doch einmal Wohnungen gebaut würden.

Ilona Oswald betonte abschließend, die Vereine stützen zu wollen. Andererseits aber müsse man „auch die Gesamtstadt im Blick haben“.

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